Die Corona-Zahlen aus Sicht von "Risklayer"

Die Corona-Zahlen aus Sicht von "Risklayer"

Ein Gespräch mit Dr. Andreas Schäfer vom geophysikalischen Technologie-Institut Risklayer, Karlsruhe

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   04.05.2021 | 08:25 Uhr

Dr. Andreas Schäfer vom geophysikalischen Technologie-Institut Risklayer beschäftigt sich mit den Zahlen rund um die Corona-Krise. Um nachhaltige Öffnungen zu erreichen, bedarf es seiner Meinung nach eines möglichst niedrigen Inzidenzwertes. Dieser sei trotz des langsamen und stetigen Sinkens aktuell noch immer zu hoch.

Die offiziellen Zahlen, auf die sich die Corona-Politik stützt, kommen bekanntlich vom Robert-Koch-Institut (RKI). Die oft genaueren Zahlen gibt es täglich aktuell bei Risklayer, einem geophysikalischen Technologie-Institut aus Karlsruhe, das sonst eigentlich Risikoeinschätzungen von Schäden bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschemmungen und Vulkanausbrüchen vornimmt.

Kein "Meldeverzug" wie beim RKI

"Wir sammeln die Zahlen direkt von den Kreisen", erklärte Dr. Andreas Schäfer von Risklayer im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding, "und wir überprüfen auch im Nachhinein, ob sich da was dran geändert hat, ob's Nachmeldungen gab etc.".

Beim RKI gebe es dagegen einen "Meldeverzug", weil die Behörde auf "die Nachmeldungen angewiesen" sei. Dass in dieser Frage auch nach über einem Jahr Corona-Krise "die Lernkurve nicht richtig eingesetzt" habe, sei "vielleicht auch eine Vorgabe der Politik", die an einem bestimmten Tag ihre Zahlen haben wolle, um an einem bestimmten Tag eine Entscheidung festzulegen und immer unter einem gewissen Rechtfertigungsdruck stehe. "Aber das ist jetzt Mutmaßung", räumte Schäfer ein.

Langsam und stetig sinkende Inzidenzzahlen

Zurzeit beobachte Risklayer jedenfalls "sinkende Inzidenzzahlen", die "langsam und stetig 'runter" gingen. Lediglich die Zahlen der Hospitalisierung und der Todesfälle stagnierten noch ein wenig. "Aber das ist ja eh so ein, zwei Wochen nachläufig", sagte Schäfer. Er gehe davon aus, dass der Trend "erst im Laufe der Woche" zu sehen sein werde.

Je niedriger die Inzidenz, desto längere Öffnungen

Eine "nachhaltige Öffnung" sollte man seiner Meinung nach erst wagen, wenn die Inzidenzzahl niedriger sei als die derzeit im Raum stehenden Zahlen von 100, 165 oder 200 - weil man nur dann "die Infektionen erfolgreich nachverfolgen" könne. Das sehe er erst bei einem "hinreichend niedrigen Niveau" von 50 oder 35 gewährleistet. Die Gefahr von Ausbreitungen und Ansteckungen sei dann "deutlich geringer". Als Faustregel könne gelten: Je niedriger die Inzidenz zum Öffnungszeitpunkt, desto länger könne sich diese Öffnung auch dauerhaft halten.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 04.05.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen Bildschirm mit Statistik-Diagrammen (Foto: Pixabay / TeroVesalainen).

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