Trotz Demenz in Würde leben - aber wie?

Trotz Demenz in Würde leben - aber wie?

Ein Gespräch mit der Soziologin Dr. Sabine Kirchen-Peters vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft in Saarbrücken

Gabi Szarvas. Onlinefassung: Rick Reitler   27.04.2021 | 15:20 Uhr

Für die Soziologin Dr. Sabine Kirchen-Peters ist die Krankheit Demenz nicht nur ein medizinisches oder pflegerisches, sondern vor allem ein "soziales Phänomen". Sie macht sich für ein Leben in Würde trotz Demenz stark. Ein Interview.

Rund 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Demenzerkrankung betroffen. Zuweilen werden sie Zielscheibe von Ausgrenzung und Abwertung, was zu Angst und Scham führen kann. Ein Modellprogramm mit Projekten in Deutschland, der Schweiz und Österreich will es den Betroffenen ermöglichen, so lange es geht, in Würde am Leben teilzunehmen. Das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft in Saarbrücken (ISO-Institut) evaluiert dieses Programm.

Vor allem ein soziales Problem

Für ISO-Soziologin Dr. Sabine Kirchen-Peters ist eines der wichtigsten Ziwischenergebnisse, dass es sich bei Demenz nicht nur um ein medizinisches oder pflegerisches, sondern vor allem auch um ein "soziales Phänomen" handelt. Für sie sei die Kernfrage, wie sich eine Gemeinschaft und Umgebung schaffen lasse, in der sich auch ein Demenzkranker wohlfühlen könne, sagte Kirchen-Peters im Gespräch mit SR-Moderatorin Gabi Szarvas. Denn zurzeit zögen sich die Kranken nach Erhalt der Diagnose oft zurück, und mit dem Wissen über die Krankheit sei es in der Bevölkerung nicht besonders weit her. Zur Beratung empfehle sie die Landesfachstelle Demenz.

Hilfe im Netz: demenz-saarland.de


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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 27.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt die künstlerische Darstellung eines an Demenz erkranketen Menschen (Archivfoto: Pixabay/geralt).

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