Große Pflaster auf den Wunden von Notre Dame

Große Pflaster auf den Wunden von Notre Dame

Ein Interview mit Paris-Korrespondentin Sabine Wachs zum Stand der Sanierungsarbeiten an der Kathedrale von Notre Dame zwei Jahre nach der Brandkatastrophe

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   15.04.2021 | 08:45 Uhr

Im SR-Interview berichtet Paris-Korrespondentin Sabine Wachs vom Stand der Sanierungsarbeiten an der Kathedrale Notre Dame. Bis das weltberühmte Gotteshaus wieder vollständig hergestellt sei, könnten ihrer Einschätzung nach bis zu 20 Jahre ins Land gehen.

Am Abend des 15. April 2019 ging der Dachstuhl der geschichtsträchtigen Kathedrale Notre Dame in Paris in Flammen auf. Nach dem ersten Schock begannen die schwierigen und gefährlichen Aufräumarbeiten, die Welle der Spendenbereitschaft war groß, das Chaos zu Beginn allerdings auch.

"Riesengroße Baustelle"

Inzwischen ist "eine riesengroße Baustelle" im Herzen von Paris entstanden, wie SR-Korrespondentin Sabine Wachs im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue berichtet. Große Teile des Gotteshauses seien bereits eingerüstet, Holzkonstruktionen stützten die Rundbögen, großße Baukräne seien aufgestellt, die Chorfenster abgehängt. "Das sieht ein bisschen so aus, als hätte man auf die Wunden große Pflaster draufgeklebt". Einsturzgefahr bestehe nicht mehr.

Hoffnung auf Gottesdienste 2024

Bis mindestens zum Sommer würden die Sicherungsarbeiten noch dauern, und sogar zwölf bis 18 Monate müsse das frisch geschlagene Eichenholz lagern, bevor es zur Sanierung des Dachstuhls und des Spitzturms verbaut werden könne. Bei all dem bemühe man sich um größtmögliche Originalität. Der Spitzturm könnte nach Expertenmeinung möglicherweise schon im Lauf des Jahres 2024 fertig sein. Ende desselben Jahres, so die Hoffnung, könnten auch erste Gottesdienste und Touristenbesuche wieder möglich sein. "Aber da ist wahrscheinlich wohl ein frommer Wunsch", gab sich Wachs skeptisch angesichts der riesigen Menge an Arbeit.

Bis die Kathedrale wieder vollständig in alten Glanz versetzt sei, würden wohl eher 15 oder sogar 20 Jahre ins Land gehen.


Paris-Korrespondentin Stefanie Merkert
Rettungsarbeiten schreiten voran
In den vergangenen zwei Jahren sind die Sicherungsarbeiten an der Kathedrale Notre Dame in Paris ganz gut vorangeschritten - auch dank 800 Millionen Euro Spendengeld. Am zweiten Jahrestag der Katastrophe ist die Hoffnung da, dass der Bau vollständig gerettet werden kann.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 15.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt die die Sanierungsarbeiten an der Kathedrale Notre Dame in Paris (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Shinya Yamada).

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