Mit dem Klimawandel leben lernen

Mit dem Klimawandel leben lernen

Ein Gespräch mit dem Meteorologen Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach anlässlich des Weltwettertags 2021

Steffen Kolodziej. Onlinefassung: Rick Reitler   23.03.2021 | 15:15 Uhr

Zum Weltwettertag am 23. März hat SR-Moderator Steffen Kolodziej mit dem Meteorologen Andreas Friedrich u. a. über die Qualität von Prognosen, über den Einfluss der Corona-Krise und über den Unterschied zwischen Wetter, Witterung und Klima gesprochen.

Die Meteorologie, also die Wissenschaft vom Wetter, arbeitet mittlerweile mit derart ausgefeilten Methoden, dass sie die Höchsttemperatur an einem Ort für die nächsten 24 Stunden zu über 90 Prozent korrekt voraussagen kann. Das jedenfalls erklärte der Offenbacher Wetterexperte Andreas Friedrich im Gespräch mit SR-Moderator Steffen Kolodziej. Spätestens nach einer Woche aber komme man mit "wissenschaftlich seriösen Aussagen" über Regen, Wind und Celsiusgrade an seine Grenzen.

Extremere Wetterlagen wahrscheinlich

Augenblicklich ist es in Deutschland aus Friedrichs Sicht "für die Jahreszeit etwas zu kühl". Der längerfirstige Trend für den Sommer gehe allerdings in Richtung Extreme - nämlich zwischen Dürre und "Starkniederschlagsereignissen".

Wetter, Witterung, Klima

Das "Klima" werde übrigens in Zeiträumen von 30 Jahren erfasst und statistisch ausgewertet, die "Witterung" betrachte einen 14-Tages-Zeitraum, das Wetter beziehe sich auf das Tagesgeschäft. Die Herausforderung für den Menschen und seine Landwirtschaft bestehe darin, sich dem Wandel anzupassen, so Friedrich.

Kein signifikanter Corona-Einfluss

Einen bedeutsamen Einfluss der Corona-Krise auf die Hoch- und Tiefdruckgebiete als Teil der Wettervorhersage habe er noch nicht feststellen können, erklärte Friedrich. Lediglich die Umweltbelastung sei wegen des geringeren Schadstoffausstoßes durch Flugzeug- und Automotoren seit Frühjahr 2020 zurückgegangen. Da die Anzahl der Verkehrsflüge und damit die Informationsmenge gesunken sei, die den Meteorologen zur Verfügung gestanden habe, sei damals auch die Qualität der Wetterprognosen vorübergehend etwas geringer gewesen. "Aber für unser großräumiges Wetter und für die Wettervorhersage an sich war es nicht sehr signifikant", stellte Friedrich klar.


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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 23.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen wolkenverhangenen Himmel (Archivfoto: Pixabay).

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