Der digitale Kampf gegen Bewegungsmangel bei Kindern

Der digitale Kampf gegen den Bewegungsmangel

Ein Beitrag über die Situation von Sportvereinen und Kindern im Lockdown

Patrick Wiermer. Onlinefassung: Rick Reitler   09.03.2021 | 07:00 Uhr

Manche Sportvereine kämpfen mit virtuellen Bildschirmkursen für Kinder und Jugendliche gegen deren Bewegungsmangel. Doch das digitale Engagement kann das gemeinschaftliche Spielen und Sporteln in der analogen Welt nicht wirklich ersetzen.

Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich weniger als je zuvor: Seit der gemeinsame Vereinssport und viele andere Sport-Angebote im Zuge der Corona-Politik verboten wurden, verbringen sie dafür offenbar deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm. Vor allem mit Unterhaltungsangeboten. Besonders betroffen vin Unter- oder Übergewicht sind Kinder und Jugendliche aus einkommensschwächeren Familien. Mit schlimmen Folgen beispielsweise für das Skelettsystem, das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit und das Schlafverhalten.

Soziale Komponente wichtig

Manche Vereine wie etwa der Basketballclub Alba Berlin bieten deshalb Online-Bewegungskurse speziell für Kinder im Kita- und Schulalter an. Doch bei allem Engagement kann dieser "Notnagel" das gemeinschaftliche Spielen und Sporteln nicht wirklich ersetzen, wie SR-Reporter Patrick Wiermer bei Experten erfahren hat - schon wegen der fehlenden sozialen Komponente.

"Natürlich geht's dabei auch darum, dass die Kinder zusammen spielen, dass Sozialverhalten eingeübt wird", betont beispielsweise Henning Harnisch, der Vizepräsident Jugend von Alba Berlin. Er versucht, Kinder über die digitale Sportstunde irgendwann wieder näher ans analoge Vereinsleben heranzuführen.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 09.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen kleinen Jungen mit einem Basketball (Archivfoto: Pixabay/angelsalamag054).

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