Wie funktioniert die Notfallseelsorge im Saarland?

Wie funktioniert die Notfallseelsorge im Saarland?

Ein Gespräch mit Nina Sommer, der stellvertretenden Landesbeauftragten der Notfallseelsorge und Krisenintervention im Saarland

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   09.02.2021 | 08:25 Uhr

Zum 25-jährigen Bestehen der Notfallseelsorge Saarland hat die stellvertretende Vorsitzende Nina Sommer im SR-Interview einen kleinen Einblick in die Arbeit der Helferinnen und Helfer gewährt: Die Zahl der Fälle sei gestiegen, die Einsatzgebiete aber ziemlich gleich geblieben. Die Corona-Krise habe sich "nicht sehr" auf die Fallzahl ausgewirkt.

Am 9. Februar 1996, also genau vor 25 Jahren, wurde die "Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge und Krisenintervention im Saarland" ins Leben gerufen. Ein Dienst, der sich ursprünglich aus der Berufsfeuerwehr Saarbrücken und Seelsorgern der katholischen Kirche zusammensetzte. Aber die Aufgabe "Erste Hilfe für die Seele" war bis 2007 so wichtig geworden, das sich seitdem ein professioneller Fachdienst um die sogenannte "Psychosoziale Notfallversorgung" kümmerte.

Anzahl der Fälle gestiegen

Die Einsatzgebiete der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler seien im Grunde die gleichen geblieben, die Anzahl der Fälle aber habe sich erhöht, berichtete Nina Sommer, die stellvertretende Landesbeauftragte der Notfallseelsorge und Krisenintervention im Saarland, im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. Die Corona-Krise habe sich ihrer Einschätzung nach "nicht sehr" auf die Anzahl der Einsätze ausgewirkt, so Sommer.

Kein direkter Draht zum Bürger

Die Hilfe der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger könne im Übrigen nicht selbstständig von Bürgerinnen und Bürger angefragt, sondern ausschließlich von den Rettungsdiensten angefordert werden, also von der Feuerwehr oder der Polizei. Diese schalteten die Notfallseelsorge in der Regel bei Suiziden, Verkehrsunfällen oder auch fehlgeschlagenen Reanimationen ein.


Die "Gründungsväter" der Notfallseelsorge im Saarland, Pfarrer Rolf Kiwitt (r.) und Peter Breuer, JVA-Seelsorger (Foto: Pressefoto)
Die "Gründungsväter" der Notfallseelsorge im Saarland, Pfarrer Rolf Kiwitt (r.) und Peter Breuer, JVA-Seelsorger (Pressefoto)


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 09.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Garderobe mit Jacken der Notfallseelsorge (Foto: pixabay/fsHH).

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