"Auch die beste digitale Idee wächst auf analogem Mist"

"Auch die beste digitale Idee wächst auf analogem Mist"

Ein Gespräch mit dem Neurowissenschaftler Henning Beck über die Vorteile des Schreibens auf Papier

Chris Ignatzi. Onlinefassung: Rick Reitler   22.01.2021 | 15:00 Uhr

Trotz der allgegenwärtigen Digitalisierung hat es durchaus seine Vorteile, wenn wir ab und zu mit der Hand schreiben, meint der Neurowissenschaftler und Autor Henning Beck. Denn die Arbeit mit Papier und Bleistift wirke sich positiv aufs Denken und Erinnern aus, so Beck im SR-Interview.

Der Füllfederhalter ist außerhalb der Grundschule ganz schön aus der Mode gekommen: Wenn schriftlich kommuniziert wird, dann geschieht das heute meist per Fingerspitze auf dem Smartphone oder mithilfe eines Zehnfinger-Systems auf der Computertastatur.

Turbo für Denkleistungen

Dabei hat gerade das Schreiben von Hand durchaus seine Vorteile, wie der Neurowissenschaftler und Autor Henning Beck im Gespräch mit SR-Moderator Chris Ignatzi erläutert. So verstünden und behielten Menschen beispielsweise mehr vom Gehörten, wenn sie zum Mitschreiben Stift und Papier benutzten. Hier mache sogar die Dosis den Erfolg. Das liege daran, dass das Gehirn bei handschriftlichen Notizen sofort eine räumliche Struktur aufbaue - und das sei "elementar wichtig" für die Organisation von Gedächtnisleistungen.

Profis wissen's

"Die cleversten Typen, die ich kenne im Digitalbusiness, die haben alle 'nen Notizblock dabei, die lesen alle gedruckte Bücher, die sind sehr analog unterwegs", gab Beck zu bedenken. "Denn auch die beste digitale Idee wächst auf analogem Mist".


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 22.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Füllfederhalterspitze auf Papier (Foto: pixabay/Free-Photos).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja