Zufriedenheitsforscher: "Man muss da jetzt wirklich einfach mal durch"

"Man muss da jetzt wirklich einfach mal durch"

Ein Gespräch mit dem Zufriedenheitsforscher Prof. Dr. Martin Schröder über die psychischen Folgen der Corona-Krise

Jochen Marmit; Onlinefassung: Rick Reitler   04.01.2021 | 15:20 Uhr

Je schärfer die Kontaktbeschränkungen, desto unzufriedener ist der Mensch mit seinem Leben - auf diese Faustformel könnte man die psychische Situation nach Monaten der Corona-Krise bringen. Nach Untersuchungen des Soziologen Martin Schröder ist dieser Unterschied "tatsächlich dramatisch". Ein Interview.

Im vergangenen Jahr hat ein Virus hat unser Leben umgekrempelt: Menschen starben, wirtschaftliche Existenzen wurden zerstört; die Regierung hat uns vorsichtshalber zu Hause eingesperrt, Maskenpflicht angeordnet und unsere Kontakte eingeschränkt.

Unterschied "dramatisch"

Der Marburger Wirtschaftssoziologe Prof. Martin Schröder hat einen klaren Zusammenhang zwischen Kontaktbeschränkungen und dem Grad der Zufriedenheit festgestellt: Je stärker die Einschränkungen gewesen seien, desto mehr sei die Unzufriedenheit unter den Menschen gewachsen. "Der Unterschied war tatsächlich dramatisch", gab Schröder im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger zu bedenken: Der Zufriedenheitsabfall sei ungefähr vergleichbar mit dem Verlust des Arbeitsplatzes oder dem Zerbrechen einer Partnerschaft.

Warten auf Besserung der Lage

Es spreche aber praktisch alles dafür, dass man sich restlos von dem Corona-Schock erholen könne, "wenn die Situation dann erstmal eine andere" sei. "Man muss da jetzt wirklich einfach mal durch", so Schröder.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 04.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das symbolbild ganz oben zeigt einen Mann im Stimmungstief (Foto: Pixabay/geralt).

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