"Wer übers Essen redet, redet fast immer über etwas anderes"

"Wer übers Essen redet, redet fast immer über etwas anderes"

Ein Gespräch mit Prof. Armin Nassehi, dem Herausgeber des Magazins "Kursbuch", über die aktuelle Ausgabe "Essen fassen"

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   22.12.2020 | 13:00 Uhr

Prof. Armin Nassehi, der Herausgeber des aktuellen Kursbuches "Essen fassen", geht von sich weiter wandelnden Küchen-Trends aus - von der Bedeutung des Regionalen bis zu "ganz neuen Stoffen". Eines aber werden bleiben: die schon lange beobachtbare Inszenierung, Distinktion und Moralisierung der Ernährung.

Die Politik- und Kulturzeitschrift "Kursbuch" erscheint seit 1955 viermal im Jahr. In der letzten Ausgabe des Jahres 2020 steht allerdings nicht Corona, sondern das Thema Essen im Mittelpunkt.

Nahrungsaufnahme im Wandel

Bei der Ernährung gehe es niemals nur um den schlichten Akt der körperlichen Aufnahme von Kohlehydraten oder Fetten, sondern immer auch um "kulturelle Formen und gesellschaftliche Routinen", meinte Prof. Armin Nassehi, Kursbuch-Herausgeber, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Nassehi geht davon aus, dass sich in Zukunft vieles in den Küchen ändern werde - von der Bedeutung des Regionalen bis zu "ganz neuen Stoffen".

Essen als Inszenierung

Eine besondere Rolle spielten dabei die Inszenierung, die Distinktion und die Moralisierung von Essen, wie sie seit einigen Jahren auch durch soziale Netzwerke wie etwa Instagram befördert würden. "Wer übers Essen redet, redet fast immer über etwas anderes", brachte es Nassehi auf den Punkt.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 22.12.2020 vom SR 2 KulturRadio. Das Symbolbiuld ganz oben zeigt eine vegan gedeckte Tafel (Archivfoto: SR).

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