Über das Jugendwort des Jahres 2020: "Lost"

Ist die Jugend wirklich so "lost"?

Ein Gespräch mit Sarah Bartl vom Langenscheidt-Verlag über das Jugendwort des Jahres 2020

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   15.10.2020 | 08:40 Uhr

Das englische Wort "lost" ist das Jugendwort des Jahres 2020. Zu Deutsch bedeutet es "verloren", im weiteren Sinne auch "ahnungslos" oder "unsicher". Doch ist die Jugend wirklich so "lost"? SR-Moderator Jochen Erdmenger hat bei Sarah Bartl vom Langenscheidt-Verlag nachgefragt.

Seit 2008 kürt der Langenscheidt-Verlag das "Jugendwort des Jahres". Gewählt wurde es bislang durch eine Jury des Verlags, die Kritik daran war immer die gleiche: Mit wahrer Jugendsprache haben die Gewinnerworte wenig zu tun. Diesmal gab es deshalb eine Online-Abstimmung, bei der junge Menschen selbst abstimmen durften. Sie entschieden sich für das englische Wort "lost", zu Deutsch: "verloren", im weiteren Sinne auch "ahnungslos" oder "unsicher".

"Alle fühlen sich so ein bisschen 'lost' "

Für Sarah Bartl vom Langenscheidt-Verlag fiel die Wahl nicht von ungefähr auf das Adjektiv: "In 2020 ist es, glaub ich, ziemlich offensichtlich, woran das liegen kann: Das ganze Thema Corona sorgt dafür, dass nicht nur die Jugend, sondern eigentlich alle sich so ein bisschen 'lost' fühlen", sagte Bartl im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Drei englische Begriffe vorne

Generell werde die deutsche Sprache immer mehr "verdenglisht", bestätigte Bartl: Immerhin hätten bei der Abstimmung drei englische Wörter die ersten drei Plätze belegt - nämlich neben "Lost" noch "Wyld" und "Cringe". Mit "Mashallah" habe es auch ein Wort aus dem arabischen Sprachraum in die Auswahl geschafft.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 15.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen Ausschnitt des DVD-Covers zur TV-Serie "Lost" (Foto: Buena Vista Home Entertainment / Rick Reitler).

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