Prof. Sascha Henninger: "Entsiegelung und Durchlüftung"

"Entsiegelung und Durchlüftung"

Prof. Sascha Henninger spricht im SR-Interview über das Klima in Städten

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Laszlo Mrua   14.08.2020 | 15:47 Uhr

Die letzten Sommer waren fast ausnahmslos zu trocken und zu heiß. In der Stadt heizen Beton und Asphalt zusätzlich ein. Gerade für die Zukunft stellen sich so essentielle Fragen wie: Wie müssen wir das Stadtklima gestalten, welchen Einfluss haben wir überhaupt, damit es auch künftig dort noch lebenswert ist während der heißesten Jahreszeit? SR-Moderatorin Sally-Charell Delin hat mit Prof. Sascha Henninger von der TU Kaiserslautern darüber gesprochen.

Die Forschung unterscheidet zwischen grüner und blauer Infrastruktur: Gemeint sind damit die Grünflächen einer Stadt und die Stellen, die "etwas mit Wasser zutun haben", erklärt Prof. Saschs Henninger im SR-Interview. Das Zusammenspiel zwischen grüner und blauer Infrastruktur könne eine "sehr große Erholung für den Stadtbereich" bereithalten. Eine Grünfläche ohne Wasser hingegen habe keine Klimawirksamkeit, so der Klimaexperte.

Zu viel Vversiegelte Fläche

Der wichtigste Punkt im Kampf gegen die Hitze in Städten sei die Frage nach "Entsiegelung und Durchlüftung", führt Henninger aus. Regen könne in Städten nur für Abkühlung sorgen, wenn das Wasser auch verdunsten kann - und das sei eben nur auf freien Grünbereichen der Fall. "Verdunstung ist ja eigentlich das, was wir gerne hätten" - Energie, die zur Verdunstung verwendet werde, könne nicht mehr zur Verfügung stehen, um die Luft zu erwärmen.

Auf versiegelten Flächen laufe das Wasser "mehr oder weniger eins zu eins in die Kanalisation, ist dann weg" und der Kühl-Effekt bleibe aus. Es müssten weniger Materialien verwendet werden, die den Boden zu 100 Prozent versiegeln, empfiehlt der Klima-Forscher. "Wir brauchen mehr freie Räume, mehr grüne Flächen."

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 14.08.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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