Update soll Fehler in Corona-Warn-App beseitigen

Update soll Fehler beseitigen

Ein Gespräch mit SR-Netzreporter Robert Hecklau über die Corona-Warn-App rund sechs Wochen nach ihrer Veröffentlichung

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   27.07.2020 | 07:45 Uhr

Trotz der Entwicklungskosten von rund 20 Millionen Euro hat die offizielle Corona-Warn-App des Bundesgesundheitsministeriums offenbar mit einigen "Kinderkrankheiten" zu kämpfen. Ein Update soll Abhilfe schaffen, wie SR-Netzreporter Robert Hecklau im SR-Interview erläutert.

Mehr als 16 Millionen mal soll die Corona-App des Bundesgesundheitsministeriums seit ihrer Veröffentlichung Mitte Juni bislang heruntergeladen worden sein. Eigentlich nicht genug, um den gewünschten Effekt zu erzeugen: Bei der Präsentation hieß es noch, dafür müssten mindestens zwei Drittel aller Deutschen die App nutzen.

Update soll Abhilfe schaffen

Seit wenigen Tagen ist klar, dass die App auf bestimmten Smartphones gar nicht korrekt gearbeitet hatte. Und das bei Entwicklungskosten von rund 20 Millionen Euro.

Inzwischen aber gebe es ein neues Update, dass die Probleme lösen soll, wie SR-Netzreporter Robert Hecklau im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger bestätigt. Um das Update zu installieren, müsse man "einmal aktualisieren", sagte Hecklau. "Das geht beim iPhone zum Beispiel in den Einstellungen und dann 'Updates installieren'. Und dann muss man die App aber auch nochmal neu öffnen. Und dann tritt das Update quasi in Kraft."

Der Fehler habe gar nicht in der App selbst gelegen, so Hecklau, sondern habe "mit dem Betriebssystem der Handys selbst" zu tun gehabt: Wenn das Betriebssystem wegen geringer Akkuladungs in den Strompsarmodus gewechselt sei, dann seien "positive Warnungen nicht mehr ausgespielt" worden. Die Kontakte aber seien trotzdem stets registriert worden: "Es gab keine Lücke im Tracing der App", so Hecklau.

Schätzungen von IT-Experten

Aufgrund der dezentralen Struktur der App gebe es wenig sicheres Datenmaterial über den bislang erzielten Nutzen. "Aus allen Daten, die verfügbar sind", hätten "IT-Experten" deshalb "Schätzungen errechnet", erklärte Hecklau. "Und diese Schätzungen besagen, dass bisher rund 560 positive Corona-Fälle in der App registriert worden sind. Die entsprechenden Risiko-Kontakte haben eine Warnung erhalten."

Jenseits der Grenze

Die Kommunikation der deutschen Corona-Warn-App mit den Pendants aus den übrigen Ländern Europas sei noch nicht perfekt geregelt, erklärte Hecklau. Bis vergleichbare Apps miteinander kommunizieren könnten, müsse wohl noch ein paar Wochen programmiert werden, so Hecklaus Einschätzung.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 27.07.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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