"Die HIV-Behandlung hat einen enormen Fortschritt gemacht"

"Die HIV-Behandlung hat einen enormen Fortschritt gemacht"

Ein Gespräch mit dem Virologen Prof. Hendrik Streeck anlässlich der virtuellen Welt-AIDS-Konferenz 2020

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   06.07.2020 | 08:45 Uhr

Trotz inzwischen guter Behandlungsmöglichkeiten sterben weltweit jährlich immer noch rund eine Million Menschen an AIDS. Diese Zahl könnte durch Corona-bedingt abgebrochene Lieferketten sogar noch um 500.000 ansteigen, fürchtet der Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck.

HIV-positive Menschen sind - anders als noch in den 1980er Jahren - längst nicht mehr automatisch einem frühen Tod geweiht. Seit einigen Jahren schon gibt es erfolgreiche medizinische Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten.

Prophylaxe möglich

"Die HIV-Behandlung hat in den letzten Jahren wirklich einen enormen Fortschritt gemacht", bestätigte der Bonner Virologe und Vorsitzende des Kuratoriums der deutschen AIDS-Stiftung, Prof. Hendrik Streeck, im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. Die regelmäßige und korrekte Einnahme eines PREP-Medikaments beispielsweise könne bereits heute einen 95-prozentigen Schutz vor der HIV-Infektion bieten.

Starker Anstieg wegen Covid-19 befürchtet

Trotzdem stürben pro Jahr weltweit immer noch rund eine Million Menschen an AIDS. Und diese Zahl könnte durch Corona-bedingt abgebrochene Lieferketten sogar noch um 500.000 nach oben schnellen, so Streecks Befürchtung.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 26.08.2019 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Virologen Prof. Hendrik Streeck (Foto: dpa / Federico Gambarini).

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