Warum wir mit der Maske hadern

Warum wir mit der Maske hadern

Ein Interview mir dem Psychologen Prof. Helmut Leder

Jochen Marmit   27.04.2020 | 14:42 Uhr

Das Tragen einer Gesichtsmaske fällt vielen Bürgern nicht ganz leicht - ist es doch erstmal ungewohnt. Im SR-Interview erklärt Helmut Leder, Experte für Schönheit und Gesichter an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien, warum die Akzeptanz in asiatischen Ländern oft höher ist und warum unsere Skepsis auch historische Gründe hat.

Das Hadern der Deutschen mit den Masken habe auch etwas mit unserer Kultur zu tun, meint der Psychologe Prof. Helmut Leder. Während die Verdeckung des Gesichts in anderen Ländern aus verschiedenen Gründen oft normal und völlig akzeptiert sei, sei es für uns erst mal fremd.

Prof. Helmut Leder, Universität Wien (Foto: privat)
Prof. Helmut Leder, Universität Wien

Aber auch geschichtliche Gründe für unsere Zurückhaltung führt Leder an: So stehe die Maske bei uns in der Kultur sinnbildlich für das Verstecken des Gesichtes, wie etwa bei Einbrechern oder den "Panzerknackern". Auch die Tatsache, dass die Gesichtsverhüllung in manchen Ländern sogar verboten ist, sei ein weiterer Grund für unsere Skepsis gegenüber der Maske.

Und obwohl es noch wenig Forschung dazu gebe, sei klar, dass auch die Kommunikation durch das Tragen einer Maske beeinträchtigt werde: "Tatsächlich fallen jetzt all diese täglichen Arten, wie wir Gesichter lesen, weg", so Leder. Das rufe Unbehagen bei allen Kommunikationsbeteiligten hervor, erklärt der Psychologe.

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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 27.04.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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