Italien: Rheumamittel-Therapie gegen Covid19-Lungenentzündung?

Rheumamittel-Therapie gegen Covid19-Lungenentzündung?

SR-Korrespondent Sven Rech aus Neapel

Sven Rech / Onlinefassung: Rick Reitler   24.03.2020 | 07:35 Uhr

Ein kleiner Hoffnungsschimmer aus Italien: Einem Arzt aus Neapel ist es offenbar gelungen, jene schwere und oft tödlich verlaufende Lungenentzündung, die in einigen Fällen durch Covid19 hervorgerufen wird, mithilfe eines Rheuma-Medikaments zu therapieren. Eine Studie soll nun Gewissheit bringen.

Im Kampf gegen das Coronavirus haben italienische Mediziner einen ersten Zwischenerfolg gemeldet: Einem Arzt aus Neapel ist es offenbar gelungen, zumindest jene schwere und oft tödlich verlaufende Lungenentzündung zu therapieren, die in einigen Fällen durch Covid19 hervorgerufen wird. Besserung brachte ein Rheuma-Medikament aus dem Hause des Schweizer Phamakonzerns F. Hoffmann-La Roche AG.

Entlastung für die Intensivstationen?

Der Ansatz soll in den nächsten Wochen in einer klinischen Studie getestet werden. Sollte die Wirkung bestätigt werden, dann könnte die Intensivmedizin in den Krankenhäusern enorm entlastet werden. Mit einem Impf- oder Heilmittel gegen das Coronavirus hat die Arznei aber nichts zu tun, wie SR-Korrespondent Sven Rech erfahren hat.

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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 23.03.2020 und in "Der Morgen" vom 24.03.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt eine Aufnahme aus Italien, Rom, vom 20. März 2020: Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug wartet neben einen Krankenwagen auf einen Patienten (Foto: dpa / Cheng Tingting / XinHua).

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