Über die integrierende Wirkung des Fußballs

Über die integrierende Wirkung des Fußballs

Ein Beitrag über eine neue historische Studie der Universität des Saarlandes

Patrick Wiermer. Onlinefassung: Rick Reitler   14.10.2019 | 16:45 Uhr

Migranten aus Spanien, Italien, Jugoslawien oder Portugal hatten einen steinigen Weg voller Vorurteile und Hindernisse zu bewältigen, um auch auf deutschen Fußballplätzen Fuß fassen zu können. Das ist eins der Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität des Saarlandes.

Der DFB und praktisch alle deutschen Sportclubs loben den Fußball immer wieder als hilfreich, wenn es um die Integration von ausländischen Mitbürgern geht. Dass dem nicht unbedingt so ist oder war, hat nun eine Forschergruppe von Historikern der Universität des Saarlandes herausgefunden.

Steiniger Weg

Anhand von Dokumenten aus dem 1960er Jahren wurde den Forschern um Prof. Dietmar Hüser und Dr. Ansbert Baumann klar: Migranten aus Spanien, Italien, Jugoslawien oder Portugal hatten einen steinigen Weg voller Vorurteile und Hindernisse zu bewältigen, um auch auf deutschen Fußballplätzen Fuß fassen zu können.

Anfangs stand bei den argwöhnischen Einheimischen offenbar eher das generelle Misstrauen im Vordergrund, später seien die ausländischen Kicker auch als Konkurrenz gesehen worden - speziell wenn es um den Bau bzw. die Vergabe von Fußballplätzen gegangen sei.

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Audio [SR 2, Patrick Wiermer, 14.10.2019, Länge: 02:56 Min.]
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In den frühen 1960er Jahren, als Deutschland die schwierigsten Jahre des Wiederaufbaus hinter sich hatte und die Industrie noch stetig wuchs, begann der große Zuzug von arbeitswilligen Migranten. Auch im Saarland fanden viele Menschen aus Italien, Spanien, Griechenland oder der Türkei schnell eine neue Heimat. Und der Fußball gehörte natürlich auch zum Alltag. Wenige Jahre später gründeten manche "Gastarbeiter" sogar eigene Vereine, wie etwa den FV Stella Sud, der in Saarlouis von Sizilianern und Kalabresen gegründet wurde. SR-Reporter Patrick Wiermer hat mit Giuseppe Infantino gesprochen - einem Zeitzeugen jener Jahre.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 14.10.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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