Warum bei Kreativen das Landleben im Osten wieder "in" ist

Warum bei Kreativen das Landleben im Osten wieder "in" ist

Ein Interview mit Tristan Horx, Zukunftsinstitut, Frankfurt am Main

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   13.08.2019 | 07:40 Uhr

Nach einer aktuellen Studie treibt es vor allem digital gut vernetzte "Kreative" zum Wohnen immer mehr aufs Land - besonders in die mitteldeutschen Bundesländer. Für Tristan Horx vom Zukunftsinstitut kein Wunder: Viele Menschen hätten genug von der Beschleunigung und Verdichtung der Großstadt.

Offenbar ziehen immer mehr Menschen zwischen Anfang 30 und Ende 40 das Landleben der Großstadt vor: Besonders gut vernetzte "Kreative" treibt es in die Fläche der mitteldeutschen Bundesländer. Das hat eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung festgestellt.

Genug von Beschleunigung und Verdichtung

Symbolbild: Spaziergänger auf dem "platten Land" (Foto: SR Fernsehen)

Für Tristan Horx vom Zukunftsinstitut gibt es gute Gründe dafür: "Viele Leute haben auch diese starke Energie, die Beschleunigung und die Verdichtung in der Stadt auch langsam satt und wollen sich auf sowas zurückziehen. Und dann nimmt man das dann halt auch mal in Kauf, wenn die Infrastruktur nicht ganz so stark ist", sagte er im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Automatische Balance

Horx geht davon aus, dass solche Trends pro Land oder Stadt sich gegenseitig immer wieder selbst "ausbalancieren" - zumindest in "ausgereiften" Ländern wie beispielsweise Deutschland. Die Trendwende in Richtung Landleben habe sich jedenfalls bereits manifestiert - nicht zuletzt wegen der hohen städtischen Mieten.

Hintergrund:

Urbane Dörfer
Wie digitales Arbeiten Städter aufs Land bringen kann

Eine Studie von Susanne Dähner, Lena Reibstein, Manuel Slupina, Reiner Klingholz (Berlin-Institut), Silvia Hennig und Gabriele Gruchmann (Neuland21)

Im Netz: https://www.berlin-institut.org


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 13.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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