ICARUS: Tierbeobachtung zum Wohl der ganzen Welt

Tierbeobachtung zum Wohl der ganzen Welt

Ein Gespräch mit Uschi Müller, Projektkoordinatorin des ICARUS-Programms am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz

Jochen Erdmenger   11.07.2019 | 07:15 Uhr

Weltweite Wanderungsbewegungen von Tieren mithilfe von Satellitentechnik global beobachten und Rückschlüsse daraus ziehen - das ist die Grundidee des deutsch-russischen Forschungsprojekts ICARUS. Am 10. Juli hat die Testphase begonnen. Projektkoordinatorin Uschi Müller erklärt das Ganze im SR-Interview etwas genauer.

Dass Tiere so etwas wie einen sechsten Sinn für Wetter-Umschwünge, Tsunamis oder Vulkanausbrüche haben, ist seit langem bekannt. Wie könnte man sich diese Fähigkeit zunutze machen? Indem man die Wanderungsbewegungen von Nashörnern, Elefanten, Meeressäugern oder Störchen mithilfe von Satellitentechnik global beobachtet, aufzeichnet, in Datenbanken auswertet - und entsprechende Rückschlüsse daraus zieht. Das ist die Grundidee des deutsch-russischen Forschungsprojekts ICARUS, bei dem am 10. Juli 2019 der Startknopf für die Testphase gedrückt wurde.

Weltweiter Online-Zugriff für Forscher

Uschi Müller, Projektkoordinatorin beim Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz, erläuert im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger etwas genauer, wie der Datenaustausch zwischen mit Minisendern ausgestatteten Tieren und der Raumstation ISS funktioniert.

"Der Sinn dahinter ist, dass all diese gesammelten Daten in einer Datenbank gesammelt werden und den Wissenschaftlern zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden", erklärte Müller. "Diese Datenbank existiert schon, die nennt sich Movebank."

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 11.07.2019 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt v.l.n.r. Wolfgang Pitz, Geschäftsführer von SpaceTech, Uschi Müller, Projektkoordinatorin von Icarus, und Martin Wikelski, Projektleiter von Icarus vor einer Antenne, mit der Testsignale von Immenstaad-Kippenhausen aus in den Weltraum zur ISS gesendet werden sollen.

Artikel mit anderen teilen