Warten auf den endgültigen UFO-Beweis

Warten auf den endgültigen UFO-Beweis

Ein Gespräch mit USA-Korrespondent Jan Bösche über UFO-Sichtungen in den USA

Holger Büchner / Onlinefassung: Rick Reitler   02.07.2019 | 08:45 Uhr

Immer wieder berichten Militärs und Zivilisten über Himmelserscheinungen, die sich nicht so einfach erklären lassen - nicht nur in den USA. Doch noch immer fehlt ein hieb- und stichfester Beweis über die Existenz Außerirdischer auf unserem Planeten, meint Washington-Korrespondent Jan Bösche am Welt-UFO-Tag.

Während Deutschland zu den wenigen Industrienationen gehört, in dem das Phänomen der UFOs politisch offiziell kein Thema ist, werden Beobachtungen "Unbekannter Flugobjekte" in anderen Ländern weit ernster genommen. In Frankreich, Brasilien, Russland, Kanada und natürlich in den USA spielt der 2. Juli eine größere Rolle - jener Tag, an dem 1947 eine "fliegende Untertassse" in der Wüste New Mexicos havariert sein soll.

Unerklärlische Himmelserscheinungen

Immer wieder flammen Streitigkeiten um geheime oder teilweise geschwärzte UFO-Akten auf, immer wieder berichten Piloten, andere Luftwaffenangehörige oder auch Zivilisten über Himmelserscheinungen, die sich nicht so einfach erklären lassen. Selbst die angesehene New York Times berichtete über unbekannte Flugobjekte vor der Ostküste, die um den Jahreswechsel 2014 auf 2015 fast täglich beobachtet worden sein sollen.

"Sehr, sehr viele Fragezeichen"

"Es sind immer wieder die Berichte von Flugobjekten. In einem Fall haben sie ausgesehen wie kleine Minzbonbons, sie ändern ihre Richtung schnell, sie tauchen auf dem Radar auf und tauchen wieder ab, sie sind nicht zu verfolgen. Manchmal sehen die Piloten etwas, aber sie können's auf ihren Instrumenten nicht mehr nachvollziehen", bestätigte USA-Korrespondent Jan Bösche im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. "Diese Sichtungen gleichen sich immer", so Bösche. Am Ende aber bleibe "eigentlich in allen Fällen" immer nur die Aussage, das man "nicht genau" wisse, um was es sich handele. "Es muss nicht unbedingt aus dem Weltall kommen, aber es gibt eben halt sehr, sehr viele Fragezeichen."

Neuartige Kampfdrohnen?

Skeptische Laien antworteten angesichts der vielen Beobachtungen gerne auf ihre Vermutung, dass es sich um Tests von neuartigen militärischen Flugapparaten handele - etwa um Tarnkappenbomber oder -drohnen. "Das ist die Erklärung, die man immer wieder hört, die die naheliegendste sein soll", erklärte Bösche. Skeptische Weltraumforscher oder Astronomen argumentierten dagegen lieber mit der sehr geringen Wahrscheinlichkeit, dass es "irgendwo da draußen eine andere intelligente Lebensform" geben könne, die in der Lage sei, Fluggeräte auf die Erde zu schicken, "um uns zu ärgern".

Mehr zum Welt-UFO-Tag:

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Das UFO in der Geschichte des Kinos
Am 2. Juli 1947 soll in der Nähe des Städtchens Roswell im US-Bundesstaat New Mexico ein UFO abgestürzt sein. Seitdem kursieren immer wieder Mythen rund um Besucher aus dem All. Ein perfektes Thema also für die Traumfabrik Hollywood. Siegfried Tesche unternimmt am weltweiten UFO-Tag einen kleinen Streifzug durch die Filmgeschichte.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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