Der Traum vom guten Schlaf

Der Traum vom guten Schlaf

Ein Gespräch zum internationalen Tag des Schlafes mit Prof. Peter Young, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   21.06.2019 | 07:15 Uhr

Falls Einschlafstörungen, Albträume oder nächtliche Atmungsstörungen zur Regel werden, sollte man sich nicht scheuen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, meint der Schlafforscher Prof. Peter Young. Wichtig sei auf jeden Fall, den individuellen Zeitbedarf nicht dauerhaft zu unterschreiten. Sein Tipp bei gelegentlichen Einschlafstörungen: Gelassen bleiben.

Keine Panik bei Schlafstörungen!
Audio [SR 2, Clara Brill, 21.06.2019, Länge: 02:00 Min.]
Keine Panik bei Schlafstörungen!
Was kann man tun, wenn man nachts wach liegt? Da hat wohl jeder so seine eigenen Tipps und Tricks. SR-Reporterin Clara Brill hat sich auf der Straße umgehört.


"Hast Du gut geschlafen?" Für viele Familien beginnt der Tag mit dieser Frage. Und allzu oft sind müde Blicke die stumme Antwort. Quälende Gedanken, ein dünnes Nervenkostüm, allgemine Überlastung, Albträume oder schlicht zu wenig Zeit für die Nachtruhe sind oft die Ursache dafür, dass man morgens wie gerädert aufwacht.

Atmungs- und Durchschlafstörungen

Chronische Ein- und Durchschlafstörungen hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, sagte Prof. Peter Young, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Stress und zu hoher Medienkonsum spielten hier oft eine Rolle. Auch Fälle von Atmungsstörungen seien zuletzt vermehrt beobachtet worden. Hier gehörten Übergewicht und Alter zu den größten "Risikofaktoren".

Schlafende Frau (Foto: Pixabay)
Schlafende Frau (Foto: Pixabay)

Sieben Stunden als Faustregel

Insgesamt gebe es - genetisch bedingt - ganz unterschiedliche Schlaftypen, wie Young am internationalen "Tag des Schlafes" bestätigte. Während manche Menschen gut mit fünf Stunden Nachtruhe auskämen, bekämen andere schon bei weniger als elf Stunden Probleme. Bei den meisten Menschen sei ein Bedarf von rund sieben Stunden Schlaf beobachtet worden. Dies entspreche der empfohlenen Dauer der Weltgesundheitsorganisation. Wichtig sei auf jeden Fall, den individuellen Zeitbedarf nicht dauerhaft zu unterschreiten, so Young.

Pflegen Sie ihren Schlaf!

Seine Empfehlung: Falls Einschlafstörungen oder schlechter Schlaf trotz genügend Zeit zur Regel werden, sollte man sich nicht scheuen, schlafmedizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich sei für die Menschen "wichtig zu erkennen, dass Schlaf ein ganz klarer, wichtiger Bestandteil unseres Lebens" sei. "Und damit meine ich tatsächlich, dass man ihn auch pflegt." Sein Tipp bei gelegentlichen Einschlafstörungen: Gelassen bleiben. "Ein, zwei Nächte mal nicht wirklich viel geschlafen haben ist keine Katastrophe", stellte Young klar.

Mehr zum Thema:

Ein Besuch im Schlaflabor
Audio [SR 2, Patrick Wiermer, 21.06.2019, Länge: 03:37 Min.]
Ein Besuch im Schlaflabor
Im Schlaflabor der Universitätsklinik Homburg werden Patienten beobachtet und behandelt, die an besonders schweren Formen der sogenannten Schlaf-Apnoe leiden. Bis zu 45 Sekunden können die Atemaussetzer dauern - und im Lauf einer Nacht hunderte Male vorkommen. Im Wachzustand droht dann u. a. die Gefahr des Sekundenschlafs. Hintergrund sind oft Übergewicht - oder auch eine Störung des Nervensystems.SR-Reporter Patrick Wiermer hat dem Labor zum internationalen Tag des Schlafes am 21. Juni einen Besuch abgestattet.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 21.06.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen