Gericht glaubt an "mündige Verbraucher"

Gericht glaubt an "mündige Verbraucher"

Die "Influencerin" Cathy Hummels gewinnt im Rechtsstreit um "Schleichwerbung" bei Instagram

Audio: David Herting. Foto: dpa/Tobias Hase   29.04.2019 | 14:55 Uhr

Darf eine "Influencerin" auf der Internet-Plattform Instagram Kauf-Empfehlungen für Schuhe oder Kleidung äußern, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen, wenn sie kein Geld vom Produzenten bekommt? Ja, sagte das Landgericht München am 29. April.

Konkret ging es um den Fall der Münchener "Influencerin" Cathy Hummels. Diese war wegen so genannter "Schleichwerbung" vom Verband Sozialer Wettbewerb angeklagt worden. Das Gericht vertrat den Standpunkt, dass ein mündiger Verbraucher die kommerzielle Absicht auch ohne eindeutigen Hinweis erkennen könne.

Hintergrund

Die Influencer-Szene ist in Deutschland für junge Menschen inzwischen ähnlich wichtig bei der Information und Unterhaltung wie die herkömmlichen Medien. Geschätzt eine Milliarde Euro werden die deutschen werbetreibenden Unternehmen allein 2019 ins Influencer-Marketing stecken. Ein Top-Star wie Bianca "Bibi" Heinicke gibt allein bei YouTube 5,6 Mio Abonnent*Innen Tipps zu Mode und Kosmetikprodukten und setzt damit hunderttausende von Euro um.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 29.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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