Tierwohl: Zu viele Label, zu wenig Marketing

Tierwohl: Zu viele Label, zu wenig Marketing

Ein Interview mit Agrarmarketing-Experte Prof. Enneking

Audio: Kai Schmieding. Foto: SR Fernsehen   02.04.2019 | 07:49 Uhr
Prof. Dr. Ulrich Enneking (Foto: Privat)
Prof. Dr. Ulrich Enneking


Einige Supermarktketten haben zum April ein neues Tierwohl-Label eingeführt. Der Agrarmarketing-Experte Prof. Ulrich Enneking von der Hochschule Osnabrück hat das Kaufverhalten in seiner Region untersucht und festgestellt, dass etwa ein Drittel der Verbraucher bereit sei, für "höherwertiges Fleisch" mehr Geld auszugeben, wie er im SR-Interview erklärt. Des Weiteren zeige sich aber auch, dass die Einkaufsentscheidung sich nicht mit den Angaben in Befragungen decke.


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Neues Label: "Initiative Tierwohl"
"Hätte noch einen Tick ambitionierter sein können"
Mehrere Supermarktketten haben zum April die "Initiative Tierwohl" eingeführt, ein neues Label zur Kennzeichnung von Fleischprodukten. Cornelie Jäger, Autorin und ehemalige Landestierschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, begrüßt das neue Label, kritisiert im SR-Interview aber, dass in den ersten Stufen kein besonders großer Unterschied zu den gesetzlichen Regelungen erkennbar sei. Nun komme es auch darauf an, dass "der Verbraucher seine Marktmacht" nutze.

Glosse
Tierwohl?
"Ein Tierwohllabel ist nicht mehr als ein Feigenblatt fürs Gewissen", meint SR-Kolumnist Erik Heinrich in seiner Glosse. Er sieht drei Wege zu mehr Tierwohl: Entweder ganz auf Tierprodukte verzichten oder Fleisch nur noch beim regionalen Bauern mit fairen Preisen kaufen oder selbst mit Pfeil und Bogen in den Wald gehen.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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