"Wir haben sehr gute Böden in Deutschland"

"Wir haben sehr gute Böden in Deutschland"

Ein Gespräch mit Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter

Audio: Jochen Erdmenger, Foto: Pixabay/CC0   05.12.2018 | 07:45 Uhr

Anlässlich des Weltbodentags hat SR-Moderator Jochen Erdmenger mit dem Agrarexperten Martin Hofstetter von Greenpeace gesprochen: Wovon ist unser Boden am stärksten bedroht? Welche Rolle spielen die Landwirtschaft oder ein trockener Sommer? Was kann man als Hobbygärtner tun? Zum Beispiel die "Böden füttern" - auch im Sinn des Klimaschutzes, meint Hofstetter.

Neben sauberer Luft und sauberem Wasser braucht der Mensch zum Überleben auch gute Böden - zum Anbau von Nahrungsmitteln oder Viehfutter. Klar, dass sich längst nicht mehr nur Gärtner und Landwirte, sondern auch Spekulanten und Investoren für die Ackerkrume interessieren.

5. Dezember 2018: Weltbodentag

Am Weltbodentag, dem 5. Dezember, hat SR-Moderator Jochen Erdmenger mit dem Agrarexperten Martin Hofstetter von Greenpeace über ein paar der drängendsten Fragen gesprochen: Wovon ist unser Boden am stärksten bedroht? Welche Rolle spielen die intensive Landwirtschaft oder ein trockener Sommer? Was kann man als Hobbygärtner für bessere Böden tun?

Generell habe Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gute Böden, sagte Hofstetter. Für Ackerbau seien Lößböden wie etwa in der Köln-Aachener Bucht besonders gut geeignet. Die Bodenstruktur des Saarlandes spreche dagegen eher für "Grünland".

"Böden füttern" - gut fürs Klima

Um die Fruchtbarkeit eines Bodens zu erhalten oder zu verbessern, gebe es eine Reihe von Möglichkeiten: Zum Beispiel "Zwischenfrüchte" anbauen oder Stallmist verteilen. "Sie müssen die Böden ja auch füttern", stellte Hofstetter klar, "damit da möglichst viele Regenwürmer leben; damit da Bodenleben drin ist." Selbst bei schlechten Bodenverhältnissen sei es auf diese Weise möglich, die "Schwammfähigkeit" des Erdreichs zu erhöhen. "Ist auch gut fürs Klima", gab Hofstetter zu bedenken: "Wenn wir Humus speichern im Boden, dann speichern wir im Grunde Kohlenstoff aus der Luft in den Böden, und das ist gut."


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 05.12.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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