"Kapitales Versagen der Energieversorgungsunternehmen"

"Kapitales Versagen der Energie-Versorgungsunternehmen"

Ein Gespräch mit dem Kommunikationstechnik-Experten Prof. Horst Wieker (HTW Saar) über die Schwierigkeiten der Elektromobilität in Deutschland

Audio: Johannes Kloth, Foto: Pixabay, Onlinefassung: Rick Reitler   14.11.2018 | 07:45 Uhr

Nach Einschätzung des Saarbrücker Kommunikationstechnik-Experten Prof. Horst Wieker verhindern die noch immer nicht bewältigten "vielen kleinen Missstände" in Deutschland den Durchbruch der Elektromobilität. Er sieht die Energiewirtschaft und die Politik in der Pflicht, endlich einheitliche und datenschutzrechtlich unbedenkliche Lade-Prozeduren zu etablieren.

Akkutechnik, Reichweite, Preise und das Angebot an Fahrzeugen sind längst nicht mehr die ganz großen Hürden beim Thema Elektro-Auto - sagt Prof. Horst Wieker, Experte für Kommunikationstechnik an der HTW Saar.

Keine einheitlichen Standards

Den Durchbruch verhinderten seiner Meinung nach die "vielen kleine Missstände" und vor allem die deutschen Energieversorgungsunternehmen, die alle "ihr eigenes Süppchen" kochten, statt gemeinsam eine flächendeckende Infrastruktur von Ladestationen und datensicherer Bezahl-Routinen auf die Beine zu stellen. Auch die Regierung habe es noch nicht geschafft, einheitliche Standards zu finden.

Im Gespräch mit SR-Moderator Johannes Kloth erläutert Wieker das an seinem Lehrstuhl ausgearbeitete Forschungsprojekt für einheitliche und datenschutzrechtlich unbedenkliche Lade-Prozeduren und den damit einhergehenden Abrechnungs- und Buchungssystemen.

Ein Parkschild für Elektrofahrzeuge (Foto: SR)


Hintergrund

Am 12. und 13. November haben sich auf der dritten "Vernetzungskonferenz Elektromobilität" des Bundeswirtschaftsministeriums rund 600 hochrangige Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik getroffen, um Probleme der Mobilität der Zukunft zu lösen. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, nahmen teil. Altmaier machte sich für die Idee stark, Deutschland zu einer Marktmacht bei der Batteriezellentechnik zu machen.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 14.11.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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