"Spiele können noch so viel mehr"

"Spiele können noch so viel mehr"

Ein Gespräch mit Prof. Lisa Gotto vom Game Lab der Technischen Hochschule Köln

Johannes Kloth   22.08.2018 | 06:50 Uhr

Die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK) hat wenige Tage vor Beginn der Kölner Computerspielemesse Gamescom eine Regelung gekippt, nach der verfassungsfeindliche Symbole wie Hakenkreuze oder SS-Runen in Spielen für Jugendliche bislang nicht auftauchen durften. Begründung: Auch in Videospielen sollte Zeitgeschehen kritisch aufgearbeitet werden können.

"Eine Frage des Kontextes"

Prof. Lisa Gotto vom Game Lab der Technischen Hochschule Köln sieht darin grundsätzlich kein Problem: "Wenn es um verfassungsfeindliche Symbole geht, dann ist die Frage des Kontextes natürlich entscheidend", stellte sie im Interview mit SR 2-Moderator Johannes Kloth klar. Gotto erinnerte daran, dass es eine ähnliche Debatte über angeblich gefährdende Medien auch schon vor Jahrzehnten beim Erscheinen von Comics gegeben.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 22.08.2018.

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