Wo kommt das saarländische Leitungswasser her?

Wasser aus dem Saarland - Qualität und Probleme?

Recherchen von SR 2-Reporter Marc Weyrich

Johannes Kloth / Marc Weyrich   21.08.2018 | 08:48 Uhr

Im Saarland wird fast ausschließlich natürlich gefiltertes Grundwasser für die Trinkwasserversorgung genutzt. Somit fließt stets Wasser von sehr guter, weicher Qualität durch die Hähne. Mineralwasser in Kisten sei somit eigentlich Luxus, sagt die Wasserwirtschaft. Weniger gut stehe es dagegen in wenigen Jahren mit den Leitungsnetzen - wenn nicht bald kräftig investiert werde.

In mancher Beziehung mag das Saarland nur Durchschnitt sein - wenn es um das Leitungswasser geht, gehört es zur Spitze: Nicht nur, dass zu 95 Prozent Grundwasser durch die hiesigen Wasserhähne fließt - es ist nach seiner natürlichen Filterung durch Buntsandsteinschichten auch noch von sehr guter, weicher Qualität. Das bestätigte Joachim Meier, Geschäftsführer der Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel und Sprecher der saarländischen Wasserwirtschaft, im Gespräch mit SR-Reporter Marc Weyrich.

Wenig Aufwand für Aufbereitung

Auch die relativ geringen landwirtschaftlichen Belastungen kämen der hiesigen Wasserqualität zugute: "So weit ich informiert bin, gibt's nur ein oder zwei Bohrungen, die den Nitratwert von 50 Milligramm pro Liter überschreiten", sagte Meier. Insgesamt müssten die saarländischen Wasserwerke anders als in manch anderen Regionen Deutschlands somit nur relativ wenig Aufwand für die Aufbereitung des Trinkwassers betreiben. "Wenn Sie einen guten Grundwasserleiter haben, haben Sie auch keine Keime im Grundwasser", so Meier.


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Das saarländische Oberflächenwasser wird nicht zur Trinkwasserversorgung gebraucht (Foto: Niklas Resch/SR)
Das saarländische Oberflächenwasser wird nicht zur Trinkwasserversorgung gebraucht (Foto: Niklas Resch/SR)

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