Wenn Ballerspiele zu Hoffnungsträgern werden

Wenn Ballerspiele zu Hoffnungsträgern werden

Ein Gespräch mit WDR-Computerspielexperte Martin Schütz

Audio: Katrin Aue & Martin Schütz / Onlinefassung: Rick Reitler   21.08.2018 | 12:50 Uhr

Während Computerspiele in der öffentlichen Debatte bis vor kurzem lediglich Gedanken an Gewaltverherrlichung, Jugendschutz oder Spielsucht hervorriefen, so geht es heute immer häufiger um die wichtige Funktion der Game-Schmieden für den IT-Standort Deutschland: Irgendwie sollen auch die deutschen Programmierer Anschuss finden in der digitalen Boom-Branche, bei der es ja auch um Zukunftsthemen wie "Virtual Reality" oder "Künstliche Intelligenz" geht. Und da soll Deutschland eben möglichst nicht den Anschluss verpassen.

Warten auf Berliner Taten

Für WDR-Experte Martin Schütz bleiben die entsprechenden Bekenntnisse der Bundesregierung, die sogar im Koalitionsvertrag stehen, zumindest bis jetzt allerdings nur vage Versprechungen ohne konkrete Ansätze oder gar Taten: "Man freut sich auf etwas, ohne zu wissen, was es genau ist", sagte er im Gespräch mit SR 2-Moderatorin Katrin Aue. Klar sei lediglich, dass die deutsche Spieleindustrie zurzeit weder finanziell noch personell mit den internationalen Platzhirschen mithalten könne: Ein aufwändiger "Blockbuster" unter den vielen angebotenene Computerspielen verschlinge heute Summen von bis zu 100 Millionen Euro.


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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 21.08.2018.

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