"Ich kann das Gejammere der Kommunen insgesamt auch nicht mehr ganz so teilen"

"Ich kann das Gejammere der Kommunen insgesamt auch nicht mehr ganz so teilen"

Ein Interview mit Fritz Schramma, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen

Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Fleur Geppert-Gasper, Rick Reitler   31.07.2018 | 08:40 Uhr

Fritz Schramma, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, hat von den Kommunen mehr finanzielles Engagement und vom Bund einen Masterplan zur Finanzierung der deutschen Schwimmbäderlandschaft gefordert. Den Milliarden schweren Sanierungsstau nicht abzubauen, verursache letztlich noch mehr Kosten.

Seit 2000 ist nach Angaben von Dr. Fritz Schramma, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, fast jedes zehnte Schwimmbad in Deutschland geschlossen worden. Es seien zwar auch neue Bäder entstanden - die Anfahrtswege würden jedoch immer weiter, kritisierte Schramma im SR 2-Interview.

Freizeit, Gesundheit, Bildung

Dabei besäßen Schwimmbäder nicht nur zur Abkühlung an heißen Sommertagen und in punkto Volksgesundheit ihre Berechtigung, sondern bekleideten auch ihre Rolle im Bildungswesen: Immerhin sei Schwimmunterricht Teil des Lehrplans an Schulen. Das Kostenargument der Kommunen könne er "nicht mehr so ganz teilen", weil es diesen "in den letzten Jahren wieder besser" gehe. Ergänzend zum kommunalen Engagement sprach sich Schramma für einen "Masterplan der Bundesregierung" für die deutschen Bäder aus.

Kostendruck

Die Tatsache, dass zurzeit ein deutschlandweiter Sanierungsstau für Bäder mit Kosten von 4,5 Milliarden Euro existiere, ließ Schramma nicht gelten: "Da müssen die Kommunen zuerst ansetzen. Wenn man diesen Sanierungsstau nämlich verschlampt und nichts tut, dann sind es im nächsten Jahr schon sechs Milliarden, usw., usw."


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Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Morgen" vom 31.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


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