Pro und Contra Ehegattensplitting

60 Jahre Ehegattensplitting - noch zeitgemäß?

Die Meinungen von Peter Weitzmann und Tobias Betz   18.07.2018 | 08:45 Uhr

Durch das "Ehegattensplitting" - eine typisch denglische Wortschöpfung aus dem Steuerrecht - können Ehepartner mit verschieden hohen Einkommen Geld sparen. Eheleute, die beide annähernd gleich verdienen, aber kaum. Umstritten war das von Beginn an. Und auch bei SR 2 KulturRadio gibt's zwei Meinungen - die von Ehegattensplitting-Befürworter Peter Weitzmann und von -Gegner Tobias Betz.

Hintergrund

Das Ehegattensplitting-Verfahren wurde am 18. Juli 1958 mit dem "Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und Ertrag und des Verfahrensrechts“ eingeführt.

Die Finanzämter ermitteln dafür je nach den einzelnen und individuellen Einkünften, Freibeträgen, Sonderausgaben etc. zunächst das "zu versteuernde Einkommen" beider Eheleute. Die so gemeinsam erzielte Gesamtsumme wird "gesplittet": Die Hälfte der Gesamtsumme dient als Ausgangswert bei der Ermittlung der Einkommensteuer laut Einkommensteuertarif. Die gemeinsame Einkommensteuerlast des Ehepaars beträgt dann wiederum das Doppelte der eben ermittelten Einkommensteuer.

Diese Regelung lohnt sich vor allem für Ehepaare, bei denen beide über ein stark unterschiedliches Einkommen verfügen, denn die Steuerprogression greift dann nicht in dem Maße, wie es ohne das Splittingverfahren der Fall wäre. Trotzdem halten viele Splitting-Verfechter an dem Prinzip fest. Ihr Hauptargument: Das Ehepaar steht dem Fiskus als Wirtschaftsgemeinschaft gegenüber und sollte auch steuerlich so behandelt werden.


Umstritten, aber langlebig: das Ehegattensplitting
Audio [SR 2, (c) SR - Ramona Schlee, 18.07.2018, Länge: 03:51 Min.]
Umstritten, aber langlebig: das Ehegattensplitting
Auch 60 Jahre nach seiner Einführung erhitzt das Ehegattensplitting im deutschen Steuerrecht noch die Gemüter. Zwar können Ehepartner mit verschieden hohen Einkommen dank der Regelung gutes Geld sparen. Auf der anderen Seite, sagen Kritiker, fördert das Ehegattensplitting die klassische Einverdiener-Ehe und benachteiligt damit meist Frauen. Für SR 2 KulturRadio fastt Ramona Schlee den aktuellen Stand der Debatte zusammen.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 18.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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