Rettungsprogramme für Hobbymusiker in der Pandemie

Erhalt von Amateurmusik in Pandemiezeiten

Neue Ausschreibungsrunden bei "Neustart Kultur" und "Musik für alle"

Chris Ignatzi   10.01.2022 | 10:00 Uhr

Auch im neuen Jahr soll die Amateurmusik gefördert und ein Neustart unterstützt werden. So gibt es u. a. neue Ausschreibungsrunden bei dem Neustart Kultur-Programm "IMPULS" und beim Förderprogramm "Musik für alle", welches beispielsweise außerschulische Musikprojekte von Kindern und Jugendlichen unterstützt.

Fast zwei Jahre ist es schon her, dass der erste Corona-Fall in Deutschland gemeldet wurde. Und noch immer bekommen wir die Folgen davon heute zu spüren - auch in der Musikszene. Viele Konzerte werden abgesagt und Proben können nicht regelmäßig stattfinden. Davon sind auch die etwa 14 Millionen Hobbymusikerinnen und Hobbymusiker betroffen, die es in Deutschland gibt.

Das Rettungsprogramm Impuls als Teil des Neustart Kultur-Programmes soll Menschen beim Erhalt und der Wiederbelebung der Amateurmusik in Pandemiezeiten helfen. Dabei sollen vor allem ländliche Räume gefördert werden, genauer gesagt Gebiete mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Es zählen aber auch einzelne Stadtteile als eigene Gebiete, wodurch selbst in der Landeshauptstadt Saarbrücken viele Gebiete die Grenze von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern unterschreiten. Schon im letzten Jahr hat Impuls verschiedene Amateur-Projekte mit insgesamt etwa 2 Millionen Euro gefördert. Viele Anfragen aus dem Saarland konnten damals aber auf Grund des geringen Fördervolumens nicht bewilligt werden. Der Vorteil in dieser Runde: Mit insgesamt 20 Millionen Euro stehen deutlich mehr Fördermittel zur Verfügung. Ab dem 15. Januar 2022 können sich Musikensembles auf Fördersummen von bis zu 15.000 Euro bewerben.

Neben Impuls gibt es noch zwei weitere Programme mit insgesamt 15 Millionen Euro. Das Programm Neustart Amateurmusik hat schon im vergangenen Jahr 320 Projekte gefördert. Weil es aber weit über 1000 Bewerbungen gab, startet auch hier Anfang 2022 eine neue Förderrunde. Der wichtigste Unterschied zu Impuls besteht darin, dass auch urbane Räume gefördert werden. Laut Michael Weber vom Kompetenznetzwerk Neustart Amateurmusik sei die Förderung auch in den Städten sehr wichtig, denn dort gäbe es viele Brennpunkte, die durch musikalische Vereinsarbeit entlastet werden könnten. Außerdem läuft noch bis zum 15. Januar die Bewerbungsfrist für das Förderprogramm "Musik für alle!". Dort werden außerschulische Musikprojekte von Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 18 Jahren unterstützt mit dem Ziel, jungen Menschen, die finanziell schlechter gestellt sind, den Zugang zu Amateurmusik ermöglichen.

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester bietet zu den Förderprogrammen am 18. Januar und am 03. Februar jeweils eine digitale Infoveranstaltung an.

Mehr Infos auf:
www.bundesmusikverband.de


Ein Thema in der Sendung "Der Vormittag" am 10.01.2022 auf SR 2 KulturRadio. das Bild ganz oben zeigt das Saarländische Jugendzupforchester (Foto: Lena Schmidtke/SR).

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