Szenenfoto Billie Holiday (Foto: Prokino Getty Michael Ochs Archives REP Documentary Marina Amaral)

"Billie - Legende des Jazz"

Eine Rezension des Dokumentarfilms von James Erskine

Karsten Neuschwender. Onlinefassung: Rick Reitler  

Filme über die große Jazzdiva Billie Holiday gibt es ja einige - zuletzt war im Februar "The United States vs. Billie Holiday" erschienen. Ab dem 15. November läuft in Saarbrücken eine Doku über die Sängerin. SR-Musikredakteur Karsten Neuschwender hat sich "Billie - Legende des Jazz" schon angeschaut.

Filme über die große Jazzdiva Billie Holiday (1915 - 1959) gibt es ja einige - zuletzt ist im Februar "The United States vs. Billie Holiday" erschienen, eine hollywoodmäßige Betrachtung ihres Lebens mit viel FBI, Undercover und Drogenkriminalität. Jetzt kommt ein Dokumentarfilm in die Kinos, der sich um eine ausgewogenere Würdigung der Sängerin bemüht, die sich zwischen Gewalt, Rassentrennung und männlicher Unterdrückung die Freiheit erkämpfte, ein Star zu werden.

Restauriertes Archivmaterial

Über "Billie - Legende des Jazz"
Audio [SR 2, Karsten Neuschwender, 11.11.2021, Länge: 04:02 Min.]
Über "Billie - Legende des Jazz"

Grundlage des Films sind 125 Tonbänder mit 200 Stunden Interviews, die die Journalistin Linda Lipnack Kuehl in den 1970er Jahren mit Freunden der Sängerin, aber auch beispielsweise mit FBI Agenten geführt hat. Diese Tonbandaufnahmen verknüpft der britische Regisseur James Erskine mit aufwändig restauriertem Archivmaterial und den wichtigsten Bühnenauftritten Billie Holidays.

Die Großen einer Ära

Die Filmcolorierungsspezialistin Marina Amaral hat die Schwarzweißfilme teilweise eingefärbt und schafft so einen atmosphärischen Eindruck, wie damals die rosa Blumen im Haar der des Stars mitsamt seinem babyblauen Glitzerkleid gewirkt haben könnten. Und mit Persönlichkeiten wie Tony Bennett, John Hammond oder Lester Young treten die Großen dieser vergangenen Jazzära auf und zeichnen ein vielschichtiges und differenziertes Bild.

Ein zweifaches Denkmal

Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm, der die große Billie Holiday in einem ihr würdigen Licht erscheinen lässt. Ein lebendiges Denkmal für eine Sängerin, die bis heute in der Welt des Jazz lebendig geblieben ist. Und nebenbei auch ein Denkmal für die große Musikjournalistin Linda Lipnack Kuehl.


Billie - Legende des Jazz

(Originaltitel: Billie)
Dokumentarfilm, Großbritannien 2020, ca. 97 min. FSK 12
Regie: James Erskine

Mit Billie Holiday, Charles Mingus, Tony Bennett, Sarah Vaughan, Count Basie u. v. a.

Deutschlandstart: 11. November 2021

Der Film ist in der Region ab 15. November 2021 beispielsweise im Filmhaus Saarbrücken zu sehen.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 11.11.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Sezene mit Billie Holiday und Bobbie Tucker (Foto Prokino Getty Michael Ochs Archives REP Documentary Marina Amaral).

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