Es rumort beim Resonanzen-Festival

Es rumort beim Resonanzen-Festival

Ein Beitrag über die aktuellen Querelen um die Finanzierung des Saarbrücker Musikfestivals "Resonanzen"

Kai Schmieding, Johannes Kloth. Onlinefassung: Rick Reitler   15.07.2020 | 06:20 Uhr

Rund zehn Wochen vor seiner Premiere steht das neue Musikfestival Resonanzen offenbar vor finanziellen Problemen. Grund sind nach Angaben des künstlerischen Leiters Sebastian Studnitzky zugesagte, aber nicht ausgezahlte Fördermittel. Das Kultusministerium aber gibt Entwarnung: Sowohl Staatskanzlei als auch Ministerium stünden voll hinter dem Festival.

Gut zwei Monate vor seiner Premiere droht dem neuen grenzüberschreitenden Festival "Resonanzen" Ungemach: Ein "nicht unerheblicher Teil" der zugesagten Fördersumme des Landes sei noch immer nicht geflossen, bestätigte Festivalleiter Sebastian Studnitzky im SR-Interview.

Warten auf rund 130.000 Euro

Seit Wochen lägen die Künstlerverträge unterschriftsreif auf dem Tisch, könnten aber nicht abgeschlossen werden, weil das Geld fehle. Damit stehe das Festival in einer "äußerst schwierigen Situation", so Studnitzky. Denn ohne das Geld sei es nicht in der geplanten Form durchführbar. Offenbar handelt es sich bei der noch ausstehenden Summe um rund 130.000 Euro von insgesamt 600.000 Euro Festivalbudget.

Kulturministerium gibt Entwarnung

Das Kulturministerium bestätigte am Nachmittag des 14. Juli, dass noch Zahlungen ausstünden. Dabei handele es sich um Saartoto-Mittel, so Kultur-Abteilungsleiterin Heike Otto. Es gebe aber einen gültigen Ministerratsbescheid, an den man sich gebunden fühle. Es liefen nur noch Klärungen, aus welchem Topf genau das Geld gezahlt werde. Sowohl Staatskanzlei als auch Kulturministerium stünden voll hinter dem Festival.

Die für den kommenden Freitag, 17. Juli, geplante Programm-Pressekonferenz für die "Resonanzen" ist bislang nicht abgesagt worden.


Hintergrund:

"Ein nicht unerheblicher Teil der Finanzierung wackelt"
Audio [SR 2, Chris Ignatzi, 14.07.2020, Länge: 04:22 Min.]
"Ein nicht unerheblicher Teil der Finanzierung wackelt"
Vom 1. bis zum 11. Oktober 2020 soll die erste Ausgabe der "Resonanzen" stattfinden - dem größten mit Landesmitteln geförderten Musikfestivals an der Saar. Nach dem überraschenden Rücktritt von Leitfigur Nicole Johänntgen im Februar und dem Corona-Schock hat sich Festivalleiter Sebastian Studnitzky nun auch noch mit Geldproblemen auseinander zu setzen: Ein "nicht unerheblicher Teil der Finanzierung" von insgesamt rund 600.000 Euro "wackele", so Studnitzky im Gespräch mit SR-Moderator Chris Ignatzi.


Mehr zu den "Resonanzen" im Archiv:

Sebastian Studnitzky über den Start seines neuen Festivals "Resonanzen" im Corona-Jahr 2020
"Alle sind spontaner und flexibler"
Durch einige Lockerungen der Corona-Maßnahmen stehen Musikfestivals mittlerweile wieder in Aussicht - wenn auch unter strengen Auflagen. Sebastian Studnitzky, Pianist, Trompeter und Leiter des neuen grenzüberschreitenden Festivals "Resonanzen", das Anfang Oktober an den Start gehen soll, spricht im Interview mit Johannes Kloth über die Herausforderungen, die mit einer Festivalpremiere in Corona-Zeiten einhergehen.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Nachmittag" vom 14.07.2020 und in "Der Morgen" vom 15.07.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt eine Veranstaltung aus glücklicheren Tagen: Anfang Oktober 2019 wurden die Pläne für das neue Resonanzen-Festival im Pingusson-Bau Saarbrücken vorgestellt (Foto: Patrick Wiermer).

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