Die Leipziger Johannespassion in Zeiten von Corona

Die Leipziger Johannespassion in Zeiten von Corona

Eine Vorschau auf die traditionelle Leipziger Johannespassion in Zeiten von Corona

Gabi Szarvas   08.04.2020 | 18:15 Uhr

Karfreitag, 10. April 2020, 15 Uhr
Johannes-Passion aus der Thomaskirche Leipzig für Tenor, Cembalo und Schlagwerknach Johann Sebastian Bach BWV 245

Gotthold Schwarz_Pressefoto (Foto: Pressefoto)
Gotthold Schwarz (Pressefoto)


Das hat es zu Karfreitag in der Leipziger Thomaskirche noch nicht gegeben: Bachs Johannespassion - aber nicht mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester, sondern in einer Version für einen Tenor, eine Cembalistin und einen Perkussionisten. Dazu kommt ein fünfköpfiger Chor unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz, der die Choräle singt. Der Tenor, der in dieser reduzierten Fassung mit Abstand das Meiste zu singen hat, ist der Isländer Benedikt Kristjánsson. Claus Fischer hat ihn getroffen und blickt im folgenden Beitrag dazu in die Aufführungsgeschichte von Bachs Johannespassion.

Als Live-Stream auf www.mdr.de und über den Facebook Kanal des MDR

Benedikt Kristjánsson (Tenor)
Elina Albach (Cembalo)
Philipp Lamprecht (Schlagwerk)
Vocalquintett
Leitung: Gotthold Schwarz

Mehr dazu auch unter: https://www.youtube.com/watch?v=4nV8NakYNfs

https://www.mdr.de/kultur/themen/bachpassion-leipzig-stream-100.html


Zum Karfreitag sind die Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Passionen in Leipzig eine Selbstverständlichkeit. Dieses Jahr ist es wahrscheinlich angesichts der Corona-Pandemie das erste Mal seit etwa 150 Jahren, dass die Leipziger auf ihre Bach-Passion verzichten müssen. Dazu kommt, dass das Leipziger Bachfest im Sommer aus selbigem Grund abgesagt wurde.

Am 13. Juni 2020 sollte eine packende Fassung von Bachs Johannes-Passion aufgeführt werden: dargeboten von nur drei Personen auf der Bühne um den bekannten isländischen Tenor Benedikt Kristjánsson. Teil dieses Konzeptes war, dass etwa 5.000 Besucher auf dem Leipziger Altmarkt die Choräle singen. Nun soll diese Fassung am Karfreitag zur Todesstunde Christi in der leeren Thomaskirche am Bach-Grab aufgeführt werden. Neben den drei Solisten sind Thomaskantor Gotthold Schwarz und ein Vokalensemble beteiligt.

Eingebunden in die Live-Ausstrahlung sind Choralzuspiele von Bach-Chören aus der Schweiz, aus Kanada und Malaysia. Außerdem sind Chöre und Bach-Fans auf der ganzen Welt eingeladen, daheim auf ihren Bildschirmen diese womöglich einzige Passionsaufführung zu verfolgen und die Choräle mitzusingen.


Ein Thema in der Sendung "Der Vormittag" vom 09.04.2020 auf SR 2 KulturRadio

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