"Das Kind ist vom Scheitel bis zur Sohle mit dabei"

"Das Kind ist vom Scheitel bis zur Sohle mit dabei"

Ein Interview mit Gerd-Peter Münden, dem Begründer, Dirigenten und Moderator des Projekts "Klasse! Wir singen"

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Laszlo Mura   19.08.2019 | 15:25 Uhr

Die positive Wirkung des gemeinsamen Singens auf Körper und Psyche ist von vielen wissenschaftlichen Studien belegt. Das Projekt "Klasse! Wir singen" will Musik wieder fest in der Gesellschaft verankern und ihre inklusive und integrative Wirkung fördern. SR-Moderatorin Sally-Charell Delin hat sich anlässlich eines Saarbrücken-Besuchs mit Gerd-Peter Münden unterhalten, dem Begründer, Dirigenten und Moderator des Projekts.

Für den Spracherwerb und auch für den Einklang von Denken und Fühlen ist Singen das richtige Mittel - davon ist Gerd-Peter Münden überzeugt. Im Gegensatz zu anderen Tätigkeiten spreche Singen das Gehirn in Gänze an, sagte Münden im Gespräch mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin. "Singen macht letztendlich klug", sagte der Kirchenmusiker, er erlebe immer wieder, dass singende Kinder "vom Scheitel bis zur Sohle mit dabei" seien.

Pro und Contra Wir-Gefühl

"Die Kinder müssen nicht alleine singen", erklärt der Begründer des Chorprojekts "Klasse! Wir singen". So könne vermieden werden, dass Einzelne sich unwohl fühlten oder ausgeschlossen würden.

Dass gemeinsames Singen seit Jahrzehnten in Deutschland keine große Rolle mehr gespielt habe, führt Münden in erster Linie auf den Nationalsozialismus zurück: Damals sei die Stärke von Musik für Macht- und Manipulationszwecke missbraucht worden. In der Folge seien auch die positiven Effekte wie Gemeinschaftsbildung, Freude und die persönliche Herzensbildung vernachlässigt worden, bedauert Gerd-Peter Münden. Mit dem Projekt "Klasse! Wir singen" soll sich das wieder ändern.

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 19.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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