Lohengrin-Kritik: "Kein packendes Musiktheater"

"Kein packendes Musiktheater"

Peter Jungblut über den Auftakt der Bayreuther Wagner-Festspiele mit "Lohengrin"

Peter Jungblut / Onlinefassung: Rick Reitler   26.07.2018 | 08:45 Uhr

Voller Spannung war die Lohengrin-Premiere zum Auftakt der Wagner-Festspiele in Bayreuth erwartet worden: Erst wenige Wochen vor dem ersten Vorhang hatte Startenor Roberto Alagna wegen Schwierigkeiten beim Textlernen die Segel gestrichen. Für ihn musste Piotr Beczala einspringen.

"Viel zu laut"

Dessen für die Titelrolle "angemessen kerniges Organ" war einer Wagner-Neuinszenierung zwar durchaus würdig, meint SR 2-Kritiker Peter Jungblut - ansonsten aber gab's viel Enttäuschendes. Nicht alle Sängerinnen und Sänger konnten überzeugen, Dirigent Christian Thielemann war vor allem im ersten Akt "viel zu laut", und die Inszenierung von Yuval Sharon ernüchterte ebenso wie das Bühnenbild von Neo Rauch. "Eine öde holländische Sumpflandschaft mit ein paar Pappeln", so Jungbluts Eindruck. "Das macht was her, das ist dekorativ, aber es ergibt eben kein packendes Musiktheater".

"Martialisches Tosen und Toben"

Im Gedächtnis blieb Jungblut vor allem "viel robustes, martialisches Tosen und Toben, was die langatmigen Aufmärsche des Chors aber auch nicht interessanter machte." Statt eines - wie vom Regie-Team angekündigten - Abends "zwischen Traum und Wirklichkeit" sei es eine Vorstellung "zwischen Baum und Gemütlichkeit" geworden.

(Foto oben: dpa / picture alliance / Festspiele Bayreuth / Enrico Nawrath)


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Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 26.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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