Wilhelm Genazino - „Der Traum des Beobachters"

Wilhelm Genazino - „Der Traum des Beobachters"

Der Meister der Alltags-Poetisierung

 

Vierzig Jahre lang protokollierte der Frankfurter Schriftsteller Wilhelm Genazino das, was er auf seinen Streifzügen durch die Mainmetropole sah - und für literarisch relevant hielt. Nun erscheinen, 5 Jahre nach Genazinos Tod, auszugsweise seine Aufzeichnungen, in „Der Traum des Beobachters".

In Wilhelm Genazinos neuem Werk offenbart er uns die eigentliche DNA seiner Poetik des Komisch-Ernsten. „Der Traum des Beobachters“ ist das Resultat des ewigen flanierens Genanzions durch Frankfurt in den Jahren 1972 bis 2018. Zusammen gefasst von Jan Bürger und Friedhelm Marx zu einem augenzwinkernde Alltags-Erschließungs-Roman voller liebevoller „Halberlebnisse“ um „Eheverwehungen“, „Tiefenerschrockene“ und in latenter „Schmerzverharrung“ paralysierte „Problembetreiber“.

„Der Traum des Beobachters“ erweist sich am Ende als Schlüssel zum Werk dieses zwischen Kafka und Robert Walser zu verortenden Schriftstellers dessen beglückende Alltags-Poetisierungen seinen Ausweg ins Selbstironische, ja Komische darstellt, um sich nicht vor der Zeit resignieren zu sehen.

Peter Henning stellt den Band vor.

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