Cynthia Zarin: "Inverno"

Cynthia Zarin: "Inverno"

Rezension von Peter Henning   03.07.2024 | 16:38 Uhr

Der Ton ihres Romanerstlings "Inverno" erinnert an die schönsten Gedichte des US-Lyrikers Philip Larkin – seine Machart an Virginia Woolfs berühmten Bewusstseinsstrom. Mit ihrem Debüt betritt die aus New York stammende Lyrikerin, Journalistin und Kinderbuchautorin Cynthia Zarin eindrucksvoll Neuland. Peter Henning hat ihr Buch gelesen.

Es ist eine wahrhaft zauberisch den Gesetzen der Poesie folgende Liebesgeschichte, mit welcher die amerikanische Lyrikerin Cynthia Zarin kürzlich in den U.S.A als Romanautorin debütierte. 

Nun liegt „Inverno“ in einer feinen Übertragung der Schriftstellerin Esther Kinsky auf Deutsch vor. Und wer die Bücher der Amerikanerinnen Elizabeth Bishop und Sylvia Plath mochte, in denen sich Lyrik und Prosa auf das gelungenste miteinander verbinden, der wird Zarins Roman lieben.

Cynthia Zarin, 1959 geboren, trat bislang vor allem als Lyrikerin und Verfasserin von Kinderbüchern und literaturkritischen Artikeln für das Intellektuellenblatt „The New Yorker“ hervor, für das sie seit den 1980-er Jahren schreibt.

In „Inverno“ nun demonstriert sie eindrucksvoll, wie neu und anders man eine Liebesgeschichte erzählen kann, deren Ränder bewusst offen bleiben – und die sich ganz dem stark assoziativ arbeitenden lyrischen Bewusstseinsstrom ihrer Chronistin überlässt, dem sie entspringt.

Cynthia Zarin: "Inverno"
Roman, Suhrkamp Verlag 2024
192 Seiten, 22 Euro

Ein Thema in der Sendung „Der Nachmittag“ am 01.07.2024 auf SR 2 KulturRadio.

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