2. März 2022, Ukraine: Menschen haben sich in die Kiewer U-Bahn geflüchtet, die sie als Luftschutzbunker nutzen (Foto: picture alliance/dpa/AP | Efrem Lukatsky)

"Der Krieg hat nicht erst vor einer Woche begonnen"

Ein Gespräch mit der ukrainischen Schriftstellerin Tanja Maljartschuk über die Situation in der Ukraine

Tilla Fuchs. Onlinefassung: Rick Reitler   02.03.2022 | 14:40 Uhr

Die ukrainische Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk hat sich bereits 2014 eine so starke Reaktion des Westens wie heute gewünscht - denn der Krieg laufe in Wahrheit schon seit acht Jahren, so Maljartschuk im SR-Interview.

Rund eine Woche ist es her, dass der russische Präsident Wladimir Putin seinem Militär den Befehl gegeben hat, in die Ukraine einzumarschieren. Große Teile vor allem der westlichen Welt haben sich auf die Seite der Überfallenen gestellt.

Westen zeigt "starke Reaktion"

Nach den Worten der ukrainischen Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk läuft der Krieg aber nicht erst seit ein paar Tagen, sondern bereits seit acht Jahren. Sie hätte sich gewünscht, dass der Westen schon 2014 so stark und mit so viel Solidarität reagiert hätte wie heute, sagte Maljartschuk im Gespräch mit SR-Literaturredakteurin Tilla Fuchs. Jetzt gelte es für die ganze Welt, gemeinsam gegen das Regime Putin zu kämpfen, forderte Maljartschuk.

"Sieben Tage Notzustand"

Was im Moment vor Ort stattfinde, sei "einfach entsetzlich", wie sie aus zahlreichen Gesprächen mit ihren Kontaktpersonen erfahren habe. "Bücher les' ich nicht im Moment. Sieben Tage Notzustand", brachte es Maljartschuk auf den Punkt.


Im Interview: Tanja Maljartschuk
Audio [SR 2, Tilla Fuchs, 02.03.2022, Länge: 09:39 Min.]
Im Interview: Tanja Maljartschuk


Tanja Maljartschuk, ukrainische Schriftstellerin aus Wien, nach der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises (Foto: dpa)
Archivfoto: Tanja Maljartschuk, ukrainische Schriftstellerin aus Wien, nach der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises (Foto: dpa)


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Ein Thema aus der Sendung "Literatur im Gespräch" am 02.03.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Menschen in der Kiewer U-Bahn (Foto: picture alliance/dpa/AP | Efrem Lukatsky).

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