7. September 2021: Andreas Jandl bei seiner Dankesrede für den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis  (Foto: Sally-Charell Delin)

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis an Andreas Jandl verliehen

Traditionsreiche Auszeichnung für Übersetzerleistungen zum 17. Mal vergeben

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Rick Reitler   08.09.2021 | 08:00 Uhr

Am Abend des 7. September 2021 ist der mit 10.000 Euro ausgestattete Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis an Andreas Jandl verliehen worden. SR-Reporterin Sally-Charell Delin mit einem Bericht von der Feierstunde im Studio eins des Funkhauses Halberg.

Am Abend des 7. September 2021 ist der mit 10.000 Euro ausgestattete Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks an Andreas Jandl verliehen worden. Der Preis würdigt das Andenken des bedeutenden Sulzbacher Übersetzers und Autors.

Am Mittwoch, 22. September 2021, überträgt SR 2 KulturRadio den Mitschnitt der Preisverleihung inklusive der Diskussion zwischen Andreas Jandl und Elisa Shua Dusapin in der Sendung "Literatur im Gespräch".


Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis an Andreas Jandl verliehen
Audio [SR 2, Sally-Charell Delin, 08.09.2021, Länge: 03:32 Min.]
Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis an Andreas Jandl verliehen

7. September 2021: Andreas Jandl bei seiner Dankesrede für den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis  (Foto: Sally-Charell Delin)
Andreas Jandl bei seiner Dankesrede für den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis (Foto: Sally-Charell Delin)


Die Jury

"Großes übersetzerisches Repertoire"
Audio [SR 2, Sally-Charell Delin / Tilla Fuchs, 26.07.2021, Länge: 06:11 Min.]
"Großes übersetzerisches Repertoire"
SR-Literaturredakteurin und Jury-Mitglied Tilla Fuchs über die ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung pro Jandl.

Die Jurorinnen des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises 2021 waren die Berliner Journalistin Susanne von Schenck, die Literaturbeauftragte der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und Tilla Fuchs, Literaturredakteurin (Saarländischer Rundfunk).

Über Jandl

Andreas Jandl, geboren 1975 in Esslingen, studierte Anglistik, Romanistik und Theaterwissenschaften in Berlin, London und Montréal. Seit 2000 arbeitet er als Redaktionsassistent, Dramaturg und Übersetzer aus dem Englischen und Französischen und überträgt Romane und Theaterstücke u. a. von David Diop,  Nicolas Dickner, Michael Mackenzie, Gaétan Soucy oder Elisa Shua Dusapin. Mit "Den Sankt-Lorenz entlang bis ans Ende der Welt" widmete er seiner Kanada-Leidenschaft ein eigenes Buch.

Über seine Tätigkeit als Übersetzer hinaus engagiert sich Jandl für die Verbreitung der Québecer Literatur im deutschen Sprachraum. Hierzulande eher unbekannte kanadische Autorinnen und Autoren waren es, die in ihm vor über 20 Jahren den Wunsch geweckt hatten, Übersetzer zu werden. Seine Übertragungen zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Gefühl für Rhythmus sowie durch sprachliche Genauigkeit einerseits und einen freien Umgang mit der Sprache andererseits aus.

"Ich bin durch Eugen Helmlé überhaupt erst zum Übersetzen gekommen"
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger / Andreas Jandl, 27.07.2021, Länge: 04:22 Min.]
"Ich bin durch Eugen Helmlé überhaupt erst zum Übersetzen gekommen"
Mit dem Namen Helmlé verbindet Andreas Jandl gute Erinnerungen: Erst durch Helmlés Übersetzung von Yasmina Rezas Theaterstück "Kunst" sei bei ihm überhaupt erst ernsthaft das Interesse fürs Übersetzen geweckt worden, so Jandl im SR-Interview.


Stimmen

"Eine rundum gelungene Übersetzung schafft es unter anderem kulturelle Besonderheiten, die nicht übersetzbar sind, so zu transportieren, dass die Leserinnen und Leser diese auf Anhieb verstehen und mitfühlen können", so SR-Intendant Martin Grasmück. "Dies ist auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Auftrags: Die tägliche Berichterstattung in den Programmen des Saarländischen Rundfunks über die und aus der Grenzregion sorgt für ein besseres Verständnis der Nachbarn untereinander und fördert den Zusammenhalt – gerade auch wenn die Zeiten schwierig sind."

Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar: "Das Saarland ist unserem Nachbarland Frankreich seit vielen Jahren eng verbunden, so dass Grenzen kaum noch wahrgenommen werden. Der kulturelle Austausch gehört zu dieser Verbindung dazu. Wir freuen uns, dass mit Andreas Jandl in diesem Jahr ein Übersetzer geehrt wird, der mit Romanen, Essays oder auch Theaterstücken unterschiedliche Formen der Literatur überträgt und so Menschen dies- und jenseits der Grenze mit einem sehr breiten Spektrum an der Kultur des Nachbarlandes teilhaben lässt."

Der Bürgermeister der Stadt Sulzbach, Michael Adam, betont: "Eugen Helmlé war in unserer Stadt beheimatet und verwurzelt. Ich bin daher sehr stolz, dass mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis die Bedeutung seines Lebenswerkes noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird. Es sind so besondere Menschen wie Eugen Helmlé, die eine Stadt wie Sulzbach nicht nur interessant, sondern auch weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt, und gleichzeitig die besondere Beziehung zu unseren französischen Nachbarn und die kulturelle Verbindung mit Frankreich deutlich machen. Dem neuen Preisträger Andreas Jandl gratuliere ich ganz herzlich."


Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Andreas Jandl (2021)
  • Corinna Gepner (2020)
  • Sonja Finck (2019)
  • Olivier Mannoni (2018)
  • Simon Werle (2017)
  • Anne Weber (2016)
  • Hinrich Schmidt-Henkel (2015)
  • Cécile Wajsbrot (2014)
  • Jürgen Ritte (2013)
  • Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012)
  • Holger Fock und Sabine Müller (2011)
  • Olivier Le Lay (2010)
  • Lis Künzli (2009)
  • Nicole Bary (2008)
  • Andrea Spingler (2007)
  • Claude Riehl (2006)
  • Tobias Scheffel (2005)


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 08.09.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Andreas Jandl bei seiner Dankesrede für den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis (Foto: Sally-Charell Delin).

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