"Fakten wegzunegieren ist nicht Teil der Meinungsfreiheit"

"Fakten wegzunegieren ist nicht Teil der Meinungsfreiheit"

Ein Gespräch mit der Publizistin Jagoda Marinic über die Bücherverbrennungen des 10. Mai 1933 und die Meinungsfreiheit heute

Chris Ignatzi. Onlinefassung: Rick Reitler   10.03.2021 | 16:40 Uhr

Am 10. Mai 1933 organisierten die Nationalsozialisten in Deutschland Bücherverbrennungen mit Werken, deren Ansichten und Meinungen das Regime nicht teilte. Die Publizistin Jagoda Marinic kritisiert im SR-Interview allerdings jene Menschen scharf, die "sich für die Leugnung von Fakten" heroisierten.

Am 10. Mai 1933 organisierten die Nationalsozialisten in Deutschland Bücherverbrennungen mit Werken, deren Ansichten und Meinungen das Regime nicht teilte. Das Schreckensdatum ist inzwischen zum "Tag des Buches" geworden.

Argumente zählen

Für die Schriftstellerin, Theaterautorin und Journalistin Jagoda Marinic zugleich der Tag, Resumee zu ziehen - zur taggleich abgelaufenen "Woche der Meinungsfreiheit" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Im Gespräch mit SR-Moderator Chris Ignatzi kritisiert sie allerdings jene Menschen scharf, die "sich für die Leugnung von Fakten" heroisierten. Man wolle "einen vitalen Diskurs, natürlich auf Argumenten basierend". Für sie gebe es Grenzen der Meinungsfreiheit, die von den Gerichten gezogen werden sollten.


Hintergrund

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte vor wenigen Tagen eine "Woche der Meinungsfreiheit" ausgerufen. Start war am "Tag der Pressefreiheit" am 3. Mai, die Woche endet am 10. Mai. Jenem Kalendertag, an dem die Nazis im Jahr 1933 in einer regelrechten Zeremonie Bücher missliebiger Schriftsteller verbrannten.


Mehr zur "Woche der Meinungsfreiheit":

Börsenverein des Deutschen Buchhandels
"Meinungsfreiheit ist in Deutschland auch bedroht"
Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat zur "Woche der Meinungsfreiheit" den Ist-Zustand in Deutschland kritisiert. Das Schikanieren von Andersdenkenden wie zuletzt im Fall von Jan Josef Liefers sei "das Gift, was unsere Gesellschaft zerstört". Ein Interview.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Nachmittag" vom 10.05.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933 (Foto: picture alliance / dpa | dpa).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja