Terézia Mora: "Man könnte denken, ich lebe den Traum"

Terézia Mora: "Man könnte denken, ich lebe den Traum"

Über die ungarische Schritstellerin Térézia Mora und ihren Umgang mit der Corona-Krise

Oliver Kranz. Onlinefassung: Rick Reitler   06.04.2020 | 08:25 Uhr

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Terézia Mora findet es gar nicht so unangenehm, sich in der Krise zu Hause zu vergraben, denn das tut sie ohnehin ganz gerne. Der Blick auf ihre "unfreiwillig eingesperrten" Mitmenschen aber stimmt sie doch nachdenklich.

Wie viele Selbstständige sind auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler häufig besonders hart von der Corona-Krise und den damit einhergehenden Beschränkungen betroffen: Auftritte vor Publikum sind ja momentan höchstens online erlaubt.

Für die Schriftstellerin, Übersetzerin und Georg-Büchner-Preisträgerin Terézia Mora ("Auf dem Seil") aber ist es nicht nur wegen der vielen kostenlosen Internet-Angebote gar nicht so unangenehm, sich zu Hause zu vergraben, denn das tut sie ohnehin ganz gerne: "Man könnte denken, ich lebe den Traum", sagte sie im Gespräch mit Oliver Kranz. Der Blick auf ihre Mitmenschen aber stimmt sie doch nachdenkllich: "Wenn alle anderen auch so eingesperrt sind - unfreiwillig, wie ich es immer freiwillig bin - fühlt sich das nicht gut an."

Zur Person

Literatur im Gespräch vom 30. Oktober 2019
Terézia Mora zu "Auf dem Seil"
Der Roman von Terézia Mora "Auf dem Seil" aus dem Jahr 2019 ist der abschließende Teil ihrer Trilogie über den IT-Spezialisten Darius Kopp. Das Werk stand am 30. Oktober im Mittelpunkt von "Literatur im Gespräch".

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman "Das Ungeheuer" erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband "Seltsame Materie", wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.

Ihr Roman "Auf dem Seil", 2019, ist (nach "Der einzige Mann auf dem Kontinent", 2009, und "Das Ungeheuer", 2013) der abschließende Teil ihrer Trilogie über den IT-Spezialisten Darius Kopp.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 06.04.2020. Das Bild ganz oben zeigt Terézia Mora (Foto: dpa / Frank Rumpenhorst).

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