Jakuta Alikavazovic über Macrons Rede an die Nation

Waren Macrons Worte "unangebracht"?

Jakuta Alikavazovic über Emmanuel Macrons Rede an die Nation

Audio: Katja Petrovic. Onlinefassung: Rick Reitler   25.03.2020 | 15:45 Uhr

Die franko-bosnische Schriftstellerin Jakuta Alikavazovic findet die Wortwahl des französischen Präsidenten Emmanuel Macron "unangebracht", nach der das Land sich in einem "Krieg" befinde. Sie hoffe nun, dass die Corona-Krise dazu führe, dass wenigstens ein "kollektives Bewusstsein oder eine kollektive Identität" entstehe.

"Nous sommes en guerre" ("Wir befinden uns im Krieg") - so hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Lage angesichts der Corona-Pandemie am 16. März formuliert. Und das gleich fünf Mal.

Unangebrachte Wortwahl

Die franko-bosnische Schriftstellerin Jakuta Alikavazovic ("Das Fortschreiten der Nacht") findet Macrons Wortwahl "unangebracht": Ihre eigene Familie habe in den frühen 1990er Jahren den Jugoslawienkrieg in Sarajevo jahrelang miterlebt. Aktuell herrsche allerdings überhaupt nicht die gleiche Atmosphäre.

Außerdem gehe es zurzeit vielmehr um das Verhältnis der Menschen zur Natur und um das unzureichende Gesundheitssystem, meint Alikavazovic. Sie hoffe nun, dass die Krise dazu führe, dass ein "kollektives Bewusstsein oder eine kollektive Identität" entstehe.


Der BuchTipp:

Jakuta Alikavazovic: Das Fortschreiten der Nacht (Foto: Buchverlag)
Jakuta Alikavazovic: Das Fortschreiten der Nacht

Jakuta Alikavazovic
Das Fortschreiten der Nacht

Aus dem Französischen von von Sabine Mehnert
Edition Nautilus 2019, 256 Seiten. 22,00 Euro
ISBN: 978-3-96054-098-4


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 25.03.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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