Zwischen Zusammengehörigkeit und Groll: Identität in der Literatur

Ein weites Feld zwischen Zusammengehörigkeit und Groll

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Sikander Singh, Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass, über die Saarbrücker Konferenz zum Thema "Identität in der Literatur"

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   20.11.2019 | 08:15 Uhr

Gerade saarländische Autoren wirkten nicht nur identitätsbildend, sondern setzten sich auch kritisch mit dem Thema "Identität" auseinander - das ist die Beobachtung des Literaturwissenschaftlers Prof. Sikander Singh. Er richtet als Leiter des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass gerade die Fachtagung "Identität in der Literatur" aus. Ein Interview.

Im Pingusson-Bau in Saarbrücken findet bis zum 22. November 2019 eine internationale Konferenz unter dem Titel "Identitätskonzepte in der Literatur" statt. Veranstaltet wird das öffentliche Expertentreffen vom Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass. Dessen Leiter, der Literaturwissenschaftler Prof. Sikander Singh, ist davon überzeugt, dass die Tagung dazu beitragen kann, den Begriff richtig einzuordnen.

"Gewisse Ambivalenz"

Gerade zeitgenössische saarländische Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie beispielsweise Alfred Gulden oder Ludwig Harig sorgten hier für eine "gewisse Ambivalenz", sagte Singh im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner: Sie wirkten durch ihre Bezugnahme zu Heimat und Herkunft nicht nur identitätsbildend, sondern setzten sich auch kritisch mit dem Thema auseinander.

Verstörende Texte

"Der böse Alfred Gulden ist natürlich ironisch und baut dann immer so kleine Stolpersteine ein und Schlusswendungen, die dann verstörend wirken", erläuterte Singh. "Dieses beständige Changieren zwischen Welt und Winkel, zwischen Liebeserklärung und einem - ach, wie soll man es sagen - Groll vielleicht, oder einem kritischen Blick auf das Vertraute, aber vielleicht auch manchmal zu Kleine, das sorgt auch immer für eine schwierige Wirkung dieser Texte."

Die Konferenz:

"Identitätskonzepte in der Literatur"

20. bis 22. November 2019
Pingusson-Gebäude, Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken
(Eingang durch den Park)

Das Programm: https://literaturarchiv.uni-saarland.de

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" und in "Literatur im Gespräch" vom 20.11.2019 auf SR2 KulturRadio.

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