"Loslegen statt debattieren"

"Loslegen statt debattieren"

Ein Gespräch mit der Schriftstellerin, Feministin und Aktivistin Jagoda Marinic

Audio: Kai Schmieding, Foto: dpa / Christophe Gateau. Onlinefassung: Sabrina Nonnengardt   07.03.2019 | 07:45 Uhr

Die Schriftstellerin, Essayistin und Leiterin des interkulturellen Zentrums in Heidelberg, Jagoda Marinic, sieht in der anhaltenden Feminismus-Debatte bislang nur wenige Resultate. Im Interview mit SR-Moderator Kai Schmieding spricht sie u. a. darüber, wie sich der Feminismus verändern muss, um wirkungsmächtig sein zu können.

Die Jahrzehnte anhaltende Feminismusbewegung scheint in Deutschland noch lange keine Gleichstellung der Geschlechter bewirkt zu haben. Das sieht auch die Feministin, Autorin und Aktivistin Jagoda Marinic so und versucht, mit ihrem neuen Buch "Sheroes" neue Impulse zu geben.

Hörbarer Feminismus in Deutschland

Trotz anhaltender Debatten und Studien zum Thema Gleichstellung sei Deutschland im internationalen Vergleich oft das Schlusslicht, so Marinic. Sie sieht eine "riesige Kluft" zwischen der Präsenz des Themas in Deutschland und dem, "was wir wirklich erreichen". Mit ihrem neuen Buch "Sheroes" will sie vor allem den Appell setzen, dass "die Frauen jetzt wirklich loslegen".

"Der Feminismus spricht unter sich"

Als großes Problem in der Feminismus-Debatte sieht Marinic besonders die Abwesenheit der Männer. Statt einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion seien es noch immer fast nur Frauen, die sich mit dem Thema beschäftigten, so Marinic. Dabei seien inzwischen auch viele Männer auf der Seite der Frauen und bereit, Gleichstellungsmaßnahmen mitzutragen.


Das Buch:

Jagoda Marinic
Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land

S. Fischer Verlag 2019, 128 Seiten. 12,00 Euro
ISBN-10: 3103974531
ISBN-13: 978-3103974539


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.03.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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