"Die Erinnerung ist die Tochter der Kunst sozusagen"

"Die Erinnerung ist die Tochter der Kunst sozusagen"

Ein Gespräch mit Prof. Michael Braun von der Universität Köln über die Rolle der Literatur für die Erinnerungskultur

Tilla Fuchs   08.08.2018 | 19:45 Uhr

"Gegen das Vergessen“ – unter diesem Titel hat die ZEIT die diesjährigen Preisträger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels bekannt gegeben: Jan und Aleida Assmann. Andere Zeitungen sprachen von einem "wichtigen Signal".

Erinnerungskultur 1945, 1968, heute

Der Literaturwissenschaftler Prof. Michael Braun (Foto: Irina Hron-Öberg)
Der Literaturwissenschaftler Prof. Michael Braun (Foto: Irina Hron-Öberg)


Dass zwei Erforscher der Erinnerungskultur ausgezeichnet werden, kann auch ihr Kollege Prof. Michael Braun von der Universität Köln nur gutheißen. Der Literaturwissenschaftler, der auch für die Konrad Adenauer Stiftung tätig ist, erforscht selbst das Thema "Literatur als Erinnerungskultur". Vor dem Hintergrund der Debatte um die NS-Vergangenheit des ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Röder haben wir uns gefragt, welche Entwicklungen es eigentlich in der literarischen Erinnerungskultur seit 1945 gegeben hat und welche Rückschlüsse sich daraus auf die Erinnerungsarbeit einer Gesellschaft ziehen lassen.

Für Braun ist Literatur zugleich "Vorreiter, Impulsgeber und manchmal auch kritisches Korrektiv für öffentliche Erinnerungskulturen".

[Bild oben: Mai 1968: Der Schriftsteller Heinrich Böll, der Soziologie-Professor Theodor Adorno und der Verleger Siegfried Unseld hören bei einer Veranstaltung gegen die Notstandsgesetzgebung im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main einem Vortrag zu. Quelle: dpa / Manfred Rehm]


Der SR 2-AudioTipp:

Mittwoch, 8. August 2018, 19.15 bis 20.00 Uhr: BücherLese
U. a. Almudena Grandes: "Kleine Helden"
Almudena Grandes' Roman "Kleine Helden", Samuel Baks "In Worte gemalt: Bildnis einer verlorenen Zeit", ein Gespräch mit Prof. Michael Braun über die literarische Erinnerungskultur und einen Funkessay über die Debatte um die NS-Vergangenheit Franz-Josef Röders - all das gab's am Mittwoch, 8. August, in der SR 2-BücherLese.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "BücherLese" vom 08.08.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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