Carolin Dylla: "Mehr Jobs zu vergeben als geplant"

Carolin Dylla: "Mehr Jobs zu vergeben als geplant"

Ein Gespräch mit Carolin Dylla aus der SR-Landespolitik-Redaktion

Jochen Marmit   29.03.2022 | 09:00 Uhr

Nach der Landtagswahl im Saarland ändert sich einiges: Statt der CDU ist jetzt die SPD die stärkste Partei im Land und kann sogar allein regieren. Die CDU und die AfD bilden die Opposition, alle anderen Parteien scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde. Wie sich das Ganze nun personell gestalten könnte, darüber spricht Carolin Dylla aus der SR-Landespolitik-Redaktion im Interview.

Eines steht schon mal fest: Nach der Landtagswahl am 27. März 2022 übernimmt die SPD die Regierung im Saarland. Das bedeutet auch, dass der bisherige Ministerpräsident Tobias Hans sein Amt an Anke Rehlinger abgeben muss. Für die Ministeriumsposten habe Rehlinger laut eigener Aussage schon konkrete Namen im Hinterkopf. Viel mehr ist aber nicht bekannt. Carolin Dylla aus der Landespolitik-Redaktion vom SR bestätigt, dass bisher "alle wirklich dichthalten." Gesicherte Informationen kann sie im Interview deshalb nicht liefern, aber dafür ihre eigene Einschätzung teilen.

Alte und neue Gesichter denkbar

Weil die SPD nun mehr Jobs zu vergeben hat als geplant, könnte es laut Dylla viele neue Gesichter in der Regierung geben. Auch die Möglichkeit, Regierungsmitglieder aus anderen Bundesländern einzusetzen, hält sie für möglich. Das ist schon in der letzten Legislaturperiode mit dem jetzigen Staatssekretär für Bildung und Kultur - Jan Benedyczuk aus Rheinland-Pfalz - passiert. Trotzdem geht Dylla davon aus, dass einige Namen auch weiterhin wichtig bleiben werden. Dazu gehören der aktuelle Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke, Landrat Patrik Lauer aus Saarlouis, die innenpolitische Sprecherin der Fraktion Petra Berg oder Gesundheitsexperte Magnus Jung.

Umfragewerte zeigen, dass die eindeutige Niederlage für die CDU zu einem großen Teil an Kandidat Tobias Hans lag. Seine größten Probleme waren aus Carolin Dyllas Sicht dabei ein "fahriger" Wahlkampf, die Unentschlossenheit in der Corona-Politik und sein selbst erbautes Image als modernes Gesicht der CDU, das im industriell geprägten Saarland "nicht gut angekommen ist". Landtagspräsident Stephan Toscani hat sich bereit erklärt, übergangsweise den Parteivorsitz bis zum Parteitag im Mai zu übernehmen.

Wie es in der Linken weitergehen soll, darauf ist auch Carolin Dylla gespannt. Thomas Lutze übernehme mit seinem Rücktritt zwar einen großen Teil der Verantwortung für das "katastrophale Ergebnis" von unter drei Prozent. Trotzdem bleibe die Frage, wer bei den Linken jetzt die Führung übernehmen und die Partei wieder vereinen könne.

Ein Interview in der Sendung "Der Morgen" am 29.03.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Carolin Dylla aus der SR-Landespolitik-Redaktion (Foto: Pasquale D Angiolillo)

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