Dreharbeiten zu "James Bond jagt Dr. No" im Jahr 1962. Rechts im Bild: Sean Connery und Ursula Andress (Foto: dpa/picture alliance/Everett Collection)

Erster Bond-Film in den deutschen Kinos

  22.01.2023 | 14:14 Uhr

Wer kennt ihn nicht, den Mann mit der Lizenz zu Töten und der Doppelnullnummer: James Bond. Der erste Spielfilm, der bei uns den Titel „James Bond – 007 jagt Dr. No“ trägt, kam vor 60 Jahren in die deutschen Kinos. Schon damals fanden sich darin viele der Bestandteile der Serie, die Filmgeschichte geschrieben haben. Siegfried Tesche hat sich für uns noch einmal darin vertieft.

„Bond – James Bond.“ Es dauert ein kleines bisschen mehr als 007 Minuten, bis James Bond das erste Mal präsent ist. Zunächst ist er nur von hinten und von der Seite zu sehen. Dann stellt er sich lässig mit Zigarette im Mund vor.

Q, schöne Frauen und Exotik

Bonds erster Auftritt ist in einem Casino. Im Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1958 gab es ihn nicht. Es ist einer der vielen Bestandteile dieses ersten 007-Films, die die Serie so erfolgreich machten – genau wie der Rapport bei M.

Erster Bond in den deutschen Kinos
Audio [SR 2, (c) SR, 22.01.2023, Länge: 03:59 Min.]
Erster Bond in den deutschen Kinos

Hinzu kommen der Auftritt von Q, schöne Frauen und der exotische Einsatzort, hier Jamaika. Was es noch nicht gab, war ein Titelsong. Diese Tradition begann erst mit „Goldfinger“. Dafür sind hier Byron Lee And The Dragonaires zu hören. Die geben in einem Club auf Jamaika ihr Stück „Jump Up“ zum Besten. Der Song wurde dort ein Hit.

Millionenbudget dank Förderung

1962 war ein exotischer Drehort wie Jamaika etwas Besonderes. Aber das war nicht der einzige Grund, warum man „Dr. No“ als ersten Roman verfilmte. Dank eines Förderprogramms, dem „Eadie Plan“, gab es Geld von der britischen Regierung, wenn man im Commonwealth drehte. Schließlich war das Budget knapp.

„Eine Million Dollar, Mister Bond.“ Nicht ganz zufällig nennt Dr. No diese Summe, als Bond in dessen Versteck ein riesiges Aquarium entdeckt. Das war exakt das Budget des Films. Dafür bekam der Zuschauer aber auch etwas geboten: eine Autoverfolgungsjagd, Prügeleien, einen Feuer speienden Drachen – und den teuflischen Plan Dr. Nos.

Am Set verletzt

Gerade einmal 6000 britische Pfund erhielt Sean Connery für seinen ersten Einsatz, umgerechnet waren das rund 33.500 Euro. Noch weniger, nur 6000 US-Dollar (knapp 12.000 Euro) bekam Ursula Andress.

Die verletzte sich auch noch. „Wir mussten so schnell wie möglich am Strand laufen“, erinnert sich Andress später. „Ich rutschte aus, fiel auf die Korallen, und das ganze Bein war verletzt. Die Wunde brauchte sehr lange, um zu heilen. Also bekam ich mehr und mehr Makeup auf die blutige Stelle.“

Andress absolvierte ihren ersten, berühmt gewordenen Auftritt unter Schmerzen, als sie als Honey Rider aus den Fluten steigt. Schmerzlich für die Produzenten war das, was Komponist Monty Norman als Thema für James Bond vorschlug.

Melodie brauchte nur fünf Tage

Indische Musik für einen englischen Agenten? Die Produzenten waren schockiert. Sie engagierten John Barry an einem Freitagabend. Fünf Tage später war er fertig – und schuf Filmgeschichte.

Die heute berühmte Bond-Melodie wurde zu einem Hit, hielt sich fast drei Monate lang in den britischen Charts und kam bis auf Platz 13. Der Film wurde ein Welterfolg.

Fortsetzung schon kurz nach Filmstart

Nach Aussagen von Regisseur Terence Young hatte das genau drei Gründe: Sean Connery, Sean Connery und Sean Connery.

Der Kampf gegen Dr. No spielte 59,6 Millionen US-Dollar ein. Schon am 18. März 1963, knapp zwei Monate nach dem deutschen Filmstart, begannen in Istanbul die Dreharbeiten für den Nachfolger „Liebesgrüße aus Moskau“.

Ein Thema in der SR 2-Sendung Canapé vom 22.01.2023.

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