Raubkunst-Bronze aus dem Benin in Westafrika (Foto: dpa/Daniel Bockwoldt)

Was spricht gegen die Rückgabe der Benin-Bronzen?

Im Interview mit Professor Jürgen Zimmerer, Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg

Das Interview führte Jochen Erdmenger   05.01.2023 | 15:34 Uhr

Im Dezember letzten Jahres wurden in der nigerianischen Hauptstadt Abuja 20 ganz besondere Kunstwerke entgegengenommen: die sogenannten Benin-Bronzen. Doch ist es mit der Rückgabe der geraubten Bronzen getan?

Dem einstigen Königreich Benin, im heutigen Nigeria gelegen, waren Ende des 19. Jahrhunderts mehr als 1100 Arbeiten geraubt worden, die auf Umwegen in verschiedenste deutsche Museen gelangt sind.

Im Dezember letzten Jahres, nach 125 Jahren, wurden nun 20 der wertvollen Kunstwerke, die Benin-Bronzen, durch Kulturstaatsministerin Roth und Außenministerin Baerbock in Abuja an Nigeria übergeben.


Audio

Im Interview mit Professor Jürgen Zimmerer
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger, 05.01.2023, Länge: 07:02 Min.]
Im Interview mit Professor Jürgen Zimmerer


Kritik an Rückgabe der Bronzen

Die Rückgabe solcher "Raubkunst" ist ein hoch emotionales und politisches Thema, und man könnte meinen, mit dem Umdenken hierzulande und der Übergabe in die Heimatländer ist alles gut. Aber es gibt auch kritische Stimmen, die sagen: So einfach ist es nicht.

Zum Beispiel die New Yorker "Restitution Study Group", Nachfahren ehemaliger Sklaven. Sie fordern einen detaillierteren Blick auf die Entstehungsgeschichte.

Professor Jürgen Zimmerer, Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, beschäftigt sich schon sehr lange mit der komplexen Thematik.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 05.01.2023 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja