Rheingold: Peter Schoene als Wotan  (Foto: SST Leonard Koch)

"Es war gut durchdacht, aber so richtig erbaut hat's uns nicht"

Jochen Marmit / Anke Schaefer   19.09.2022 | 09:01 Uhr

Am Saarländischen Staatstheater wurde Richard Wagners "Ring der Nibelungen" zuletzt vor 35 Jahren aufgeführt. Jetzt wagt sich das Duo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka an eine Neufassung. Gestern hatte der Vorabend des Ring des Nibelungen Premiere, das Rheingold.

Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka sind für Regie, Bühnenbild und Kostüme verantwortlich. Die Oper spielt auf dem Grund des Rheins, auf Bergeshöhen am Rhein und in den Tiefen Nibelheims zur Zeit der Deutschen Nibelungen. In dieser Aufführung wogt jedoch kein Rhein. Die Bühne ist statt dessen ein großes, steriles Labor.

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Rheingold-Premiere: "Es war gut durchdacht, aber so richtig erbaut hat's uns nicht"
Audio [SR 2, Jochen Marmit / Anke Schaefer, 19.09.2022, Länge: 05:41 Min.]
Rheingold-Premiere: "Es war gut durchdacht, aber so richtig erbaut hat's uns nicht"

Der Ring als Weltformel

Der Ring selbst ist ein Elixier, das ewige Jugend verspricht. Die Rheintöchter wirken wir Laborantinnen, experimentieren mit Pipetten. Dann gibt es eine zweite Ebene, die der Götter, auch in Weiß, quasi als Wissenschaftler. Die Interpretation: Der Ring sei in heutiger Interpretation nicht ein einziger Gegenstand, sondern eben Blut, DNA, vielleicht auch eine Formel, eine Weltformel, deshalb auch diese Wissenschaftler-Anmutung in der Inszenierung.

Für Anke Schaefer war es ein stimmgewaltiger Abend, so hat sie etwa die Erdenmutter Erda, gesungen von Melissa Zgouridi, als sehr berührend erlebt. Die Inszenierung sei sehr gut durchdacht, dennoch hätten ein bisschen das Glitzern des Rheingolds und auch die Wogen gefehlt.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 19.09.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Peter Schöne als Wotan (Bildquelle: Leonard Koch)

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