Der Regisseur Ali Abbasi beim Photocall für den Film "Holy Spider" bei den 75. Internationalen Filmfestspielen in Cannes (Foto: picture alliance/dpa/AP | Petros Giannakouris)

Holt "Holy Spider" die Goldene Palme?

Ein Beitrag zu den 75. Internationalen Filmfestspielen von Cannes

Bettina Dunkel. Onlinefassung: Rick Reitler   25.05.2022 | 14:30 Uhr

Nach dem Konsum von zwei Dritteln der Wettbewerbsfilme verdichtet sich bei ARD-Reporterin Bettina Dunkel das Gefühl, dass "Holy Spider" von dem iranischen Regisseurs Ali Abbasi gute Chancen auf einen Preis hat - vielleicht sogar auf die Goldene Palme?

Mord aus Glaubensgründen

Der Thriller dreht sich um ein religiös motivierte Mordserie an Prostituierten in der iranischen Stadt Mashhad, die auf wahren Begebenheiten beruht - und nicht an Gesellschaftskritik spart.


Holt "Holy Spider" die Goldene Palme von Cannes?
Audio [SR 2, Bettina Dunkel, 25.05.2022, Länge: 04:12 Min.]
Holt "Holy Spider" die Goldene Palme von Cannes?

Das Audiobild zeigt die iranische Schauspielerin Zahra Amir Ebrahimi in Cannes (Foto: picture alliance/dpa/AP | Petros Giannakouris).


Der Film:

"Holy Spider"

Französischer Titel: "Les Nuits de Mashhad"
Dänemark, Frankreich, Deutschland, Schweden 2022, ca. 115 Min.
Regie: Ali Abbasi

Besetzung: Zahra Amir Ebrahimi, Mehdi Bajestani, Mesbah Taleb, Firouz Agheli u. a.


Die 21 Filme des Wettbewerbs:


"Les Amandiers" (Frankreich, Regie: Valeria Bruni Tedeschi)

"Armageddon Time" (USA, Brasilien, Regie: James Gray)

"Boy from Heaven" (Schweden, Regie: Tarik Saleh)

"Broker" (Südkorea, Japan, Regie: Hirokazu Koreeda)

"Close" (Belgien, Frankreich, Niederlande, Regie: Lukas Dhont)

"Crimes of the future" (Kanada, Griechenland, Frankreich, Regie: David Cronenberg)

"Decision to Leave" (Südkorea, Regie: Park Chan-wook)

"Eo" (Polen, Italien, Regie: Jerzy Skolimowski)

"Frère et sœur" (Frankreich, Regie: Arnaud Desplechin)

"Holy Spider" (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden, Regie: Ali Abbasi)

"Leila’s Brothers" (Iran, Regie: Saeed RoustayiIran)

"Nostalgia" (Frankreich, Regie: Mario MartoneItalien)

"Le otto montagne" (Italien, Belgien, Frankreich, Regie: Felix Van Groeningen, Charlotte Vandermeersch)

"Pacifiction – Tourment sur les îles" (Frankreich, Deutschland, Portugal, Spanien, Regie: Albert Serra)

"Un petit frère" (Frankreich, Regie: Léonor Serraille)

"R.M.N." (Rumänien, Belgien, Frankreich, Regie: Cristian Mungiu)

"Showing Up" (USA, Regie: Kelly Reichardt)

"Stars at Noon" (USA, Regie: Claire Denis)

"Tori et Lokita" (Belgien, Frankreich, Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne)

"Triangle of Sadness" (Schweden, Vereinigtes Königreich, USA, Frankreich, Griechenland, Regie: Ruben Östlund)

"Zhena Chaikovskogo" (Russland, Frankreich, Schweiz, Regie: Kirill Serebrennikow)


Rückblick:


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Rückblick

Im vergangenen Jahr hatte Julia Ducournaus Schocker "Titane" die Goldene Palme für den besten Spielfilm gewonnen. Die Goldene Palme für den besten Kurzfilm holte 2021 "Tian xia wu ya" (All the Crows in the World) von Tang Yi. Die Caméra d’Or (Goldene Kamera) für den besten Debütfilm ging an die Regisseurin Antoneta Alamat Kusijanović für ihren Film "Murina".


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 25.05.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Regisseur Ali Abbasi beim Photocall für den Film "Holy Spider" bei den 75. Internationalen Filmfestspielen in Cannes (Foto: picture alliance/dpa/AP | Petros Giannakouris).

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